Der Tanker "Front Altair" | Bildquelle: REUTERS

Mutmaßliche Angriffe auf Tanker Iran bestellt britischen Botschafter ein

Stand: 15.06.2019 21:40 Uhr

Auch Großbritannien beschuldigt den Iran, Tanker im Golf von Oman angegriffen zu haben. Teheran hat nun den britischen Botschafter einbestellt. Dabei kritisierte der Iran die "inakzeptable Haltung" der Briten.

Das iranische Außenministerium hat den britischen Botschafter in Teheran einbestellt. Botschafter Rob Macaire habe im Ministerium erscheinen müssen, um der iranischen Seite "einige Erklärungen" zu geben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA.

Demnach verurteilte der Iran nachdrücklich die Anschuldigungen und kritisierte die "inakzeptable Haltung" Großbritanniens in Bezug auf die mutmaßlichen Angriffe im Golf von Oman. Zuvor hatte Großbritanniens Außenminister Jeremy Hunt gesagt, dass nach Einschätzung seiner Regierung mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" der Iran hinter den Attacken stehe. Auch die USA sind dieser Meinung.

Spurensuche nach Tanker-Attacken im Golf von Oman
tagesschau 17:00 Uhr, 15.06.2019, Natalie Amiri, ARD Istanbul

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Iran weist Anschuldigungen zurück

Abbas Musavi, Sprecher des iranischen Außenministerium, wies die Darstellung der US-Regierung gegenüber dem ARD-Studio Istanbul zurück: "Erst haben sie gesagt, dass es eine Seemine war - dann sagten sie, etwas aus der Luft habe die Tanker getroffen. Ich weiß nicht, wie sehr die Amerikaner selbst an den Film glauben, den sie veröffentlichten."

US-Präsident Donald Trump verwies im US-Sender Fox News auf ein vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video, das ein Patrouillenboot der iranischen Revolutionsgarden zeigen soll, wie es an einem der Tanker festmacht, um eine nicht explodierte Haftmine vom Rumpf zu entfernen. Das Video habe aufgedeckt, dass die Mine von dem Boot aus entfernt worden sei. "Das riecht förmlich nach dem Iran", sagte Trump.

Sprecher Musavi riet anderen Nationen dazu, Trumps Worte kritisch zu betrachten: "Jetzt wo die USA aus dem Atomabkommen ausgestiegen sind, sind die verbliebenen Länder dazu verpflichtet - so wie der Iran auch - ihren Verpflichtungen nachzukommen, und nicht ein Spiel zu spielen, das Trump und seinem Team hilft."

Saudi-Arabien spricht von "Terrorangriffen"

Saudi-Arabiens Energieminister Khalid al-Falih äußerte sich bei einem G20-Treffen in Japan zu den mutmaßlichen Attacken auf die beiden Tanker. Er sprach von "Terrorangriffen", die eine Bedrohung für die Energieversorgung seien. Saudi-Arabien ist der weltweit größte Öl-Exporteur. Das Königreich ist ein Verbündeter der USA und ein Erzfeind des Iran.

Die Vereinigten Arabische Emirate forderten nach Angaben von Staatsmedien, dass die internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten müsse, um den Transport auf den Weltmeeren zu schützen und den Zugang zu den Energiequellen in der Golfregion sicherzustellen.

Auch darauf reagierte der Sprecher des iranischen Außenministeriums: "Die Islamische Republik wird nichts unternehmen, was den Verkehr in der Meerenge von Hormus beeinträchtigen wird, denn wir sind verantwortlich für die Sicherheit dieses Kanals."

Teheran signalisiert Verlässlichkeit und setzt Frist

Auf einer Sicherheitskonferenz in Tadschikistan sagte Irans Präsident Hassan Rouhani, sein Land werde - ungeachtet der US-Sanktionen - vorerst weiter im Grundsatz an dem Atomabkommen festhalten. Aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: "Natürlich kann der Iran nicht einseitig das Abkommen einhalten. Es ist wichtig, dass alle Seiten ihren Beitrag zum Erhalt leisten", sagte Rouhani.

Der Iran hat zudem die Frist gesetzt, dass die Sanktionen im Öl- und Bankensektor bis zum 7. Juli aufgehoben werden sollen. Der Iran sei schon sehr geduldig gewesen, hieß es aus dem iranischen Außenministerium. "Aber wenn es so weitergeht, wird die Islamische Republik höchstwahrscheinlich den zweiten Schritt nach 60 Tagen in die Wege leiten", sagte Sprecher Musavi. Das könnte bedeuten, dass der Iran dann erhöht Uran anreichert.

Mit Informationen von Natalie Amiri, ARD-Studio Istanbul

US-Regierung macht Iran für Angriffe auf Öltanker verantwortlich
Jan Bösche, ARD Washington
13.06.2019 21:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. Juni 2019 um 17:00 Uhr. Zudem berichteten über dieses Thema die tagesthemen am 15. Juni 2019 um 23:15 Uhr.

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