Vertreter der thailändischen Protestbewegung sprechen mit Journalisten. | Bildquelle: AFP

Protestbewegung in Thailand Anklage wegen Majestätsbeleidigung

Stand: 30.11.2020 16:10 Uhr

Weil sie die Monarchie ablehnen und regierungskritische Proteste organisiert haben, sind in Thailand fünf führende Aktivisten wegen Majestätsbeleidung angeklagt worden. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 15 Jahre Haft.

In Thailand sind fünf führende Vertreter der pro-demokratischen Protestbewegung wegen Majestätsbeleidigung angeklagt worden. Seine Mitstreiter und er seien gemäß Artikel 112 des thailändischen Strafgesetzbuchs beschuldigt worden, sagte Anon Numpa, einer der Köpfe der Bewegung, nachdem er von der Polizei in Bangkok verhört worden war. Der Artikel 112 gehört zu den strengsten Verleumdungsgesetzen der Welt, das faktisch jede Kritik am thailändischen Königshaus verbietet.

"Wir akzeptieren Artikel 112 nicht als Gesetz"

Es ist das erste Mal seit zwei Jahren, dass Bürger wegen des Gesetzes angeklagt wurden. Bei einem Schuldspruch drohen den Aktivisten bis zu 15 Jahre Haft. Die Anklage bezieht sich auf eine Kundgebung im September. "Wir akzeptieren Artikel 112 nicht als Gesetz", sagte der Beschuldigte Panupong "Mike" Jadnok vor Reportern. Alle fünf Vertreter der Bewegung durften nach der Anklageerhebung die Polizeistation wieder verlassen.

Die Proteste, die Bangkok seit Juli in Atem halten, haben mit ihrer Kritik an der Monarchie ein seit Jahrzehnten geltendes Tabu in Thailand gebrochen. Die pro-demokratische Protestbewegung fordert auch den Rücktritt von Regierungschef Prayut Chan-O-Chan und eine neue Verfassung.

Majestätsbeleidigung in Thailand
Holger Senzel, ARD Singapur
30.11.2020 16:27 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. November 2020 um 10:00 Uhr.

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