Sicherheitskräfte vor dem Eingang des Anisio Jobim Gefängnisses in des brasilianischen Stadt Manaus | Bildquelle: AP

Anzeichen von Erstickungstod 42 Häftlinge in Brasilien getötet

Stand: 28.05.2019 02:55 Uhr

Brasiliens Gefängnisse sind überbelegt. Oft kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nun meldeten die Behörden, dass 42 Häftlinge binnen eines Tages getötet wurden - alle in derselben Stadt.

In vier Gefängnissen der nordbrasilianischen Stadt Manaus sind innerhalb eines Tages mindestens 42 Häftlinge getötet worden. Die Leichen hätten "Anzeichen eines Erstickungstodes" aufgewiesen, teilten die Behörden des Bundesstaates Amazonas mit. Nähere Angaben zu dem Umständen der Todesfälle wurden nicht gemacht.

Das Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit sendete eine Sondereinheit nach Manaus. "Ich habe gerade mit (Justiz-) Minister Sérgio Moro gesprochen, der schon ein Interventionsteam in den Staat Amazonas schickt", sagte der Gouverneur des Staates, Wilson Lima. "Er kann uns in diesem Moment der Krise und bei dem nationalen Problem helfen: Dem Problem mit den Gefängnissen."

Todesfälle an der Tagesordnung

Erst einen Tag zuvor waren bei Unruhen in einem anderen Gefängnis in Manaus 15 Gefangene ums Leben gekommen. Einige von ihnen wurden erwürgt. Die Gefänfgnisbehörde berichtete, dass zuvor Kämpfe ausgebrochen waren.

Brasilien ist das Land mit der drittgrößten Zahl von Häftlingen weltweit. Im Juni 2016 waren in den Gefängnissen des Landes 726.712 Menschen eingesperrt - ungefähr doppelt so viele, wie es Haftplätze gab. In den überfüllten Haftanstalten gibt es immer wieder tödliche Auseinandersetzungen, Meutereien und Ausbruchsversuche.

Dutzende Tote in Gefängnissen in Nordbrasilien
Anne Herrberg, ARD Buenos Aires
28.05.2019 05:18 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 28. Mai 2019 MDR Aktuell um 06:27 Uhr und die tagesschau um 06:30 Uhr.

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