Trauerfeier für US-Senator McCain | Bildquelle: AP

Amerika nimmt Abschied Trauerfeier für McCain

Stand: 01.09.2018 18:38 Uhr

Mehr als 3000 Gäste nehmen zur Stunde Abschied von US-Senator McCain. Zu den Rednern bei der Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale in Washington zählten auch zwei Ex-Präsidenten. US-Präsident Trump fehlt.

Eine Woche nach dem Tod des republikanischen US-Senators John McCain hat in Washington die zentrale Trauerfeier für den international geachteten Politiker begonnen. In der Nationalen Kathedrale wurde sein Sarg aufgebahrt. An dem Gottesdienst nehmen mehr als 3000 Menschen teil, darunter zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft. Deutschland wird auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble vertreten.

Obama: McCain hat uns zu besseren Präsidenten gemacht

Der frühere US-Präsident Barack Obama würdigte McCain als außergewöhnlichen Mann,"einen Krieger, einen Staatsmann, einen Patrioten, der so viel des Besten in Amerika verkörpert hat." Der Demokrat Obama hatte sich bei der Präsidentschaftswahl 2008 gegen den Republikaner McCain durchgesetzt. Obama sagte weiter: "Er hat uns zu besseren Präsidenten gemacht."

McCain sei zwar ein konservativer Abgeordneter gewesen, habe aber verstanden, dass manche Werte über die Parteigrenzen hinausgingen. Obama lobte weiter, McCain habe sich gegen das Verbiegen der Wahrheit zu politischen Zwecken zur Wehr gesetzt.

Obamas Amtsvorgänger Bush sagte über McCain: "Er war ehrenhaft, immer anerkennend, dass seine Kontrahenten immer noch Patrioten und Menschen waren." Bush fügte hinzu: "Im Angesicht der Herrschenden bestand McCain darauf: Wir sind besser als das. Amerika ist besser als das." McCain habe "Machtmissbrauch"verachtet.

US-Präsident Donald Trump blieb der Feier für seinen innerparteilichen Widersacher fern. Unter hochrangigen Republikanern war McCain der schärfste Kritiker Trumps. Medienberichten zufolge hatte McCain sich gewünscht, dass Trump nicht an seiner Beerdigung teilnimmt. Nach dem Tod McCains hatte Trump die Verdienste des Senators und Kriegsveteranen erst nach massivem öffentlichem Druck gewürdigt.

Kritische Worte von Tochter Meghan Richtung Trump

Meghan McCain übte indirekte Kritik an Trump. Man trauere, dass die amerikanische Größe dahingeschieden sei, "das echte Ding, keine billige Rhetorik von Männern, die jemals in die Nähe der Aufopferung kommen werden, die er so bereitwillig gegeben hat", sagte sie zu den Trauergästen. Unter Tränen zollte sie ihrem Vater zu Beginn des Gottesdienstes leidenschaftlich Tribut und ermutigte andere Politiker, seinem Beispiel zu folgen. Während andere opportunistisch seien und Komfort sowie Privilegien genossen hätten, habe er gelitten und gedient, sagte sie. Unter Applaus sagte sie: "Das Amerika von John McCain muss nicht großartig gemacht werden, weil Amerika immer großartig gewesen ist."

Beisetzung in Annapolis

Am Sonntag soll McCain auf dem Gelände der Marineakademie in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland mit militärischen Ehren beigesetzt werden. McCain war am vergangenen Samstag auf seiner Ranch in Arizona an den Folgen eines Gehirntumors gestorben.

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John McCain - ein Leben in Bildern

John McCain als Kind mit Familie

John Sidney McCain III. (rechts neben seiner Mutter Roberta) wurde am 29. August 1936 in eine Soldatenfamilie geboren. Er wuchs mit dem Bruder Joe und der Schwester Sandy auf. Sein Vater (rechts) und sein Großvater (Mitte) waren Marineoffiziere, die beide den Rang eines Admirals erreichten. | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. September 2018 um 17:00 Uhr.

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