"March for Life" in den USA | Bildquelle: AP

"March for Life" in Washington Trump kommt zu Demo von Abtreibungsgegnern

Stand: 23.01.2020 17:02 Uhr

Zehntausende werden morgen zum "March for Life" erwartet, einer Demo von US-Abtreibungsgegnern. Auch Präsident Trump wird dabei sein und eine Rede halten. Das ist eine Premiere, die vermutlich viel mit dem Wahlkampf zu tun hat.

Donald Trump will morgen an einer Kundgebung von Abtreibungsgegnern teilnehmen - als erster Präsident in der Geschichte der USA. "Wir sehen uns am Freitag", schrieb Trump auf Twitter unter einem Video der Kundgebung vom vergangenen Jahr. An diesem Freitag versammeln sich Abtreibungsgegner in der US-Hauptstadt zum "March for Life" ("Marsch für das Leben"), der seit 1974 jährlich stattfindet.

Im vergangenen Jahr hatte Trump sich vom Weißen Haus aus per Videobotschaft an die Demonstranten gewandt. Er sagte damals: "Ihr liebt Eure Familien, Ihr liebt Eure Nachbarn und Ihr liebt jedes Kind - geboren und ungeboren - weil Ihr daran glaubt, dass jedes Leben heilig und jedes Kind ein kostbares Geschenk Gottes ist." In diesem Jahr will er persönlich zur Kundgebung kommen und dort eine Rede halten.

Haltung im Wahlkampf 2016 geändert

In der Vergangenheit hatte Trump sich noch dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. Während des Wahlkampfes 2016 änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein.

Thema in den USA hoch umstritten

Im November wird in den USA wieder gewählt und Trump hofft auf eine zweite Amtszeit. Im Gegensatz zu seinen republikanischen Amtsvorgängern versucht er ganz offen, die "March for Life"-Bewegung für seine politischen Zwecke einzusetzen. Während andere Präsidenten bewusst Distanz hielten, um eine weitere gesellschaftliche Polarisierung zu verhindern, macht Trump die Abtreibungsfrage zu einem Topthema im Rennen um das Weiße Haus.

Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist in den USA hoch umstritten. Ein Grundsatzurteil des Supreme Courts aus dem Jahr 1973, das unter dem Kürzel "Roe v. Wade" bekannt ist, legalisiert Abtreibungen in den USA. Trump tritt dafür ein, dieses Urteil neu aufzurollen. Auch viele Republikaner fordern dies - allerdings ist die Partei hier gespalten.

Organisatoren: "Ein konsequenter Verfechter des Lebens"

Zum "March for Life" werden vermutlich wieder Zehntausende kommen. Mit seiner Teilnahme kann Trump auch Aufmerksamkeit ablenken vom Amtsenthebungsverfahren, das derzeit gegen ihn im US-Senat läuft. Dort haben an diesem Freitag noch die demokratischen Anklagevertreter des Repräsentantenhauses das Wort. Sie wollen die Senatoren davon überzeugen wollen, dass Trump seine Macht missbraucht hat. Die Plädoyers von Trumps Verteidigerteam beginnen voraussichtlich an diesem Samstag.

Die Organisatoren des "March for Life" begrüßten Trumps Teilnahme an der Großdemonstration. Der Präsident habe sich stets an die Seite der Abtreibungsgegner gestellt. Trump sei ein "konsequenter Verfechter des Lebens", so die Chefin des Organisatorenteams, Jeanne Mancini.

"March for Life"-Demo in Washington (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Der "March for Life" findet seit 1974 jedes Jahr statt. Die Bilder auf dieser Seite sind Archivbilder aus den Jahren 2015 bzw. 2017.

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