Scott Atlas, der Leiter der Corona-Taskforce, die die US-Regierung berät, bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus im September 2020. | Bildquelle: Yuri Gripas/POOL/EPA-EFE/Shutter

Umstrittener Taskforce-Chef Trumps Corona-Berater Atlas tritt zurück

Stand: 01.12.2020 07:15 Uhr

Er zweifelte die Wirksamkeit von Masken an und rief dazu auf, sich gegen Corona-Maßnahmen zu "erheben": Trumps umstrittener Berater Atlas hat seinen Rücktritt eingereicht - kurz bevor sein Vertrag ohnehin ausgelaufen wäre.

Der umstrittene Corona-Berater des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, Scott Atlas, hat seinen Rücktritt eingereicht. In einem Schreiben an Trump, das Atlas auf Twitter veröffentlichte, schrieb der 65-jährige Neuroradiologe: "Ich habe hart gearbeitet und mich auf eins konzentriert - Leben zu retten und den Amerikanern helfen, durch diese Pandemie zu kommen." Dabei habe er sich immer auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Beweise gestützt - "ohne politische Überlegungen oder Einflussnahme".

Atlas war seit August für die US-Regierung tätig. Die Arbeit des Wissenschaftlers als Berater der US-Regierung war vertraglich auf 130 Tage pro Jahr begrenzt und hätte in dieser Woche ohnehin geendet.

Zoff mit US-Chefvirologen

Trump hatte Atlas in den Krisenstab berufen, obwohl der Arzt keine einschlägige Erfahrung oder Qualifikation im Bereich öffentliche Gesundheitsvorsorge oder Infektionskrankheiten hatte. Atlas gab immer wieder umstrittene Empfehlungen ab. Im Oktober schrieb er auf Twitter: "Masken funktionieren? Nein". Damit zog er insbesondere Kritik von einem anderen Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus auf sich: Der prominente Immunologe Anthony Fauci hatte sich öffentlich nicht einverstanden mit Atlas' Standpunkten gezeigt.

Im November forderte er die Menschen im Bundesstaat Michigan sogar dazu auf, sich gegen die Corona-Maßnahmen zu "erheben". Schließlich sah sich die renommierte Universität Stanford genötigt, sich von ihrem Fakultätsangehörigen zu distanzieren. Atlas habe Ansichten geäußert, die nicht im Einklang seien mit dem Umgang der Universität mit der Corona-Pandemie, hieß es in einer Mitteilung Mitte November.

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