US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus in den USA Trump verbietet Hamsterkäufe

Stand: 24.03.2020 04:49 Uhr

In der Coronakrise hat US-Präsident Trump einen Zeitpunkt für einen Neustart der US-Wirtschaft angedeutet - und das, obwohl sich das Virus weiter ausbreitet. Zudem erließ er ein Dekret gegen Hamsterkäufe und Wucherpreise.

Die Lösung dürfe nicht schlimmer als das Problem sein, die Behandlung nicht verheerender als das Virus, sagte US-Präsident Donald Trump gleich mehrfach bei seiner Pressekonferenz im Weißen Haus. Dahinter steckt offenbar die Befürchtung, dass der wirtschaftliche Schaden für die USA am Ende größer sein könnte, als der gesundheitliche.

Deshalb will Trump einige Teile der US-Wirtschaft schnell wieder anlaufen lassen. Die Lockerungen können laut Trump Anfang der kommenden Woche verkündet werden. Dann endet eine 15-Tage-Periode für Empfehlungen, die Trumps Regierung zur Bekämpfung des Coronavirus vorgelegt hatte. So wurden alle US-Bürger aufgerufen, wenn möglich von zu Hause aus zu arbeiten.

Amerika werde bald wieder offen sein für Geschäfte, und das nicht erst in drei bis vier Monaten. Trump betonte, dass eine lang anhaltende Schließung der Wirtschaft letztlich zu mehr Toten führen würde als das Coronavirus. Welche Teile der Wirtschaft wann wieder anlaufen sollen, führte Trump nicht aus. Er wolle dies aber in enger Abstimmung mit seinem Experten-Team entscheiden.

Coronavirus breitet sich auch in den USA weiter aus

Die US-Regierung will außerdem gegen das Horten und überteuerte Weiterverkaufen von Schutzmasken und Desinfektionsmitteln vorgehen. Trump hat eine Verfügung unterzeichnet, um ein solches Verhalten unter Strafe zu stellen. Sein Justizminister, William Barr, stellte klar, dass sich diese Maßnahmen nicht gegen die Bevölkerung richten würde. Vielmehr an Unternehmen, die in der Krise das große Geschäft witterten.

Anzeichen dafür, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus in den USA abschwächen könnte, gibt es bislang aber nicht. Im Gegenteil: Die Infektions- und Totenzahlen waren zuletzt weiter deutlich gestiegen. Nach Angaben der Johns Hopkins University gibt es inzwischen zehntausende bestätigte Infektionsfälle und etwa 500 Todesopfer.

Streit um gigantisches Hilfsprogramm

Um die Pandemie einzudämmen, gelten für mehr als ein Drittel der Einwohner der USA inzwischen Ausgangsbeschränkungen -  darunter in New York, Los Angeles und Chicago, den drei größten Städten des Landes. Das wirtschaftliche Leben ist erheblich beeinträchtigt. So haben etwa die drei Autokonzerne General Motors, Fiat Chrysler und Ford ihre Fabriken in Nordamerika stillgelegt.

Im Ringen in Washington um ein gigantisches Hilfsprogramm zur Eindämmung der wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise gab es gleichwohl am Montag weiterhin keinen Durchbruch. Die oppositionellen Demokraten brachten im Senat erneut eine Verfahrensabstimmung zu dem Maßnahmenbündel zum Scheitern und verhinderten damit eine Debatte über den eigentlichen Gesetzestext. 

Die Demokraten bemängeln unzureichende Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und eine fehlende Kontrolle, wie Hilfen an in Not geratene Großkonzerne vergeben werden. Das Hilfspaket könnte einen Umfang von knapp zwei Billionen Dollar (rund 1,87 Billionen Euro) haben. Es wäre das dritte - und bei weitem größte - US-Nothilfepaket seit Beginn der Krise. 

Mit Informationen von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

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