Donald Trump | Bildquelle: SHAWN THEW/EPA-EFE/REX

US-Regierung und Mexiko Drogenkartelle doch keine Terrorgruppen

Stand: 07.12.2019 04:46 Uhr

US-Präsident Trump will auf Bitte von Mexiko Drogenkartelle nun doch nicht als ausländische Terrorgruppen einstufen. Man werde nun gemeinsam verstärkt gegen die Kartelle vorgehen.

Die US-Regierung wird mexikanische Drogenkartelle vorerst doch nicht als ausländische Terrororganisationen einstufen. Alle behördlichen Vorbereitungen dafür seien zwar getroffen, aber man werde den Schritt auf Bitten Mexikos hin aufschieben, schrieb US-Präsident Donald Trump auf Twitter.

Darum habe ihn der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador gebeten, den er möge und respektiere. Beide Regierungen würden nun ihre gemeinsamen Anstrengungen intensivieren, diese "bösartigen und immer weiter wachsenden Organisationen" in die Schranken zu weisen. Die Einstufung als Terrororganisation - die bislang beispielsweise dschihadistische Gruppen wie Al-Kaida oder den Islamischen Staat (IS) betrifft - hätte der US-Regierung zusätzliche Möglichkeiten bei der Bekämpfung der Gruppen ermöglicht, inklusive direkter Eingriffe im Nachbarland.

Die Regierung Mexikos hatte die von Trump vergangene Woche angekündigte Einstufung als Terrororganisation abgelehnt.

Massives Gewaltproblem

Mutmaßliche Angehörige eines Drogenkartells hatten am 4. November auf einer Landstraße im Norden Mexikos eine Mormonen-Familien US-amerikanischer Herkunft angegriffen. Sie erschossen sechs Kinder im Alter zwischen acht Monaten und elf Jahren sowie drei Frauen.

Mexiko hat seit Jahren ein massives Problem mit Gewaltkriminalität. Vergangenes Jahr wurden in dem 130-Millionen-Einwohner-Land mehr als 36 000 Morde registriert - also fast 100 pro Tag. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressungen verwickelt sind.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Dezember 2019 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

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