US-Präsident Trump mit dem türkischen Präsidenten Erdogan bei einer gemeinsamen Pressekonferenz | Bildquelle: AP

Trump empfängt Erdogan "Ein Fan" trotz aller Differenzen

Stand: 13.11.2019 23:14 Uhr

Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien hat dem amerikanisch-türkischen Verhältnis noch einmal besonders zugesetzt. Trotzdem gibt sich US-Präsident Trump sichtlich erfreut über seinen Gast. Er sei ein "großer Fan" von Präsident Erdogan.

Trotz vieler inhaltlicher Streitigkeiten zwischen Washington und Ankara hat US-Präsident Donald Trump seinen türkischen Amtskollegen, Recep Tayyip Erdogan, ausdrücklich gelobt. "Ich bin ein großer Fan des Präsidenten", sagte Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan im Weißen Haus. "Wir haben eine großartige Beziehung." Das gelte sowohl für ihr persönliches Verhältnis als auch für die Beziehungen beider Länder.

US-Präsident Trump empfängt seinen türkischen Amtskollegen Erdogan
tagesschau 12:00 Uhr, 14.11.2019, Verena Bünten, ARD Washington

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Trump sagte, die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die USA. Auch die Handelsbeziehungen beider Länder hätten großes Potenzial.

Das Verhältnis zwischen den NATO-Partnern Türkei und USA ist wegen diverser Streitpunkte angespannt. Die türkische Militäroffensive in Nordsyrien vor gut einem Monat hatte die Spannungen noch verschärft. Die türkische Armee war am 9. Oktober mit verbündeten Rebellen in Nordsyrien einmarschiert, um die YPG aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Die YPG ist der Verbündete der US-Streitkräfte im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz dagegen als Terrororganisation.

Trump hatte der Offensive mit einem Abzug der US-Truppen aus dem Grenzgebiet in Nordsyrien den Weg geebnet. Kritiker warfen ihm vor, die YPG so im Stich gelassen zu haben.

Keine Lösung im Streit um russische Raketenabwehr

Im Streit um den Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems vom Typ S-400 gibt es weiterhin keine Lösung zwischen beiden Ländern. Dass die Türkei militärische Ausrüstung von Russland gekauft habe, habe "einige sehr ernste Herausforderungen" geschaffen, sagte Trump. Er hoffe, dass diese gemeistert würden. Die Außenminister und die Nationalen Sicherheitsberater seien damit beauftragt, eine Lösung für das Problem zu finden, sagte Trump.

Erdogan sagte, die Probleme könne man nur mit Dialog überwinden. Die Türkei hatte mit dem Rüstungsdeal im Sommer für Verärgerung beim NATO-Partner USA gesorgt. Washington befürchtet, dass Russland über das empfindliche Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten des US-Kampfjets F-35 gelangt.

Ankara war Partner beim Bau des Kampfjets und wollte zahlreiche Flugzeuge kaufen. Nach dem Erwerb des russischen Raketenabwehrsystems schlossen die USA die Türkei zwar aus dem F-35 Programm aus, harte Sanktionen blieben bislang aber aus.

Streitpunkt Armenien-Resolution

Es gibt diverse Unstimmigkeiten zwischen den USA und der Türkei. Nach Ansicht Erdogans wirft die Armenier-Resolution des US-Repräsentantenhauses einen weiteren "Schatten" auf die Beziehungen. Die Resolution habe die Absicht, die türkische Nation zu verletzen, sagte Erdogan. "In einer Angelegenheit, die sich vor 104 Jahren unter Kriegsbedingungen ereignet hat, müssen die Entscheidungsträger nicht Politiker sein, sondern Historiker", betonte der Präsident.

Das Repräsentantenhaus hatte Ende vergangenen Monats eine Resolution verabschiedet, in der es heißt, die USA würden den Völkermord an den Armeniern anerkennen und die Tötung von 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich verurteilen. Die Türkei als Nachfolgerin des Osmanischen Reiches gesteht den Tod von 300.000 bis 500.000 Armeniern während des Ersten Weltkrieges ein und bedauert die Massaker. Eine Einstufung als Völkermord weist sie jedoch strikt zurück.

Roter Teppich im Weißen Haus - Trump lobt Erdogan
Martin Ganslmeier, ARD Washington
14.11.2019 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. November 2019 um 09:00 Uhr.

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