Facebook-Gründer Mark Zuckerberg spricht im Facebook Innovation Hub. | Bildquelle: dpa

Facebook und Trump "Mark liegt falsch"

Stand: 02.06.2020 12:41 Uhr

Mitarbeiter von Facebook begehren auf. Sie sind empört über "Gewalt anheizende" Posts von US-Präsident Trump. Viel mehr aber noch über ihren Chef, Zuckerberg, der sich ganz anders als Twitter dazu positioniert.

Facebook-Mitarbeiter kritisieren öffentlich die Entscheidung von Firmengründer Mark Zuckerberg, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen.

"Mark liegt falsch - und ich werde so laut wie möglich versuchen, ihn umzustimmen", schrieb etwa Ryan Freitas, der für das Produktdesign bei Facebooks Newsfeed zuständig ist auf Twitter.

Und auch sein Kollege, der Produktdesigner Jason Stirman, hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Er schreibt auf Twitter: "Ich bin ein Facebook-Mitarbeiter, der überhaupt nicht mit der Entscheidung von Mark einverstanden ist, nichts gegen Trumps jüngste Beiträge zu unternehmen, die ganz klar Gewalt anheizen."

Aufstand im Homeoffice

Laut US-Medienberichten legten einige Facebook-Mitarbeiter am Montag auch aus Protest die Arbeit im Homeoffice nieder. Es blieb allerdings unklar, wie viele Beschäftigte sich an der Aktion beteiligten. Eine Facebook-Sprecherin sagte der "New York Times", man ermutige die Mitarbeiter, sich offen zu äußern, wenn sie nicht mit der Firmenführung einer Meinung sind.

Gewaltverherrlichung für Twitter - Redefreiheit für Facebook

Bei der Kontroverse geht es um einen Tweet von Trump, der auch auf Trumps Facebook-Profil gespiegelt wurde. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Schwarzen George Floyd durch Polizeigewalt. Der Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu:

"Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen."

Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Zuckerberg erklärte dagegen, der Beitrag sei mit Facebooks Regeln vereinbar, auch wenn ihm persönlich solche "spaltende und aufwieglerische Rhetorik" widerstrebe. "Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat."

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