Eisberge treiben zwischen schneefreien Bergen nahe Kulusuk bei Grönland auf dem Wasser. | Bildquelle: dpa

US-Präsident prüft Optionen Berater bestätigt US-Interesse an Grönland

Stand: 18.08.2019 23:08 Uhr

Bisher waren es nur mediale Gerüchte, nun bestätigte ein Berater: US-Präsident Trump hat ein Kaufinteresse an Grönland. Dänemarks Regierungschefin Frederiksen hofft, dass "dies nicht ernst gemeint ist".

Ein Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump hat dessen Interesse an einem möglichen Kauf Grönlands bestätigt. Der Präsident kenne sich gut mit Immobilienkäufen aus und "will sich das anschauen", sagte Larry Kudlow im Nachrichtensender "Fox News". "Sie haben viele wertvolle Mineralien", sagte Kudlow. Er ergänzte, dass auch schon US-Präsident Harry Truman Grönland kaufen wollte. Aber selbstverständlich gehöre die Insel zum NATO-Partner Dänemark, fügte der Berater hinzu.

Trump selbst erklärte am frühen Abend, er sei "strategisch" an der Arktisinsel interessiert.

"Verspäteter Aprilscherz"

Grönland ist mit seinen 56.000 Einwohnern autonom, gehört aber zum dänischen Königreich. Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen besuchte die Insel und betonte, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe. "Ich hoffe inständig, das dies nicht ernst gemeint ist", sagte sie in der Zeitung "Sermitsiaq" zu Trumps Gedankenspielen. Zuvor hatte sich auch Dänemarks ehemaliger Premierminister Løkke Rasmussen geäußert. Er nannte Trumps Ansinnen einen verspäteten Aprilscherz - jedoch "zur falschen Jahreszeit".

"Wenn er das wirklich in Betracht zieht, dann ist das der letzte Beweis, dass er verrückt geworden ist", hatte der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Sören Espersen, erklärt. Und weiter: "Der Gedanke, dass Dänemark 50.000 Bürger an die Vereinigten Staaten verkauft, ist völlig lächerlich."

Auch das Außenministerium von Grönland hatte über Twitter erklärt, dass das Land nicht zum Verkauf stehe: "Wir sind offen für Geschäfte, aber nicht für einen Verkauf." Das Weiße Haus äußerte sich bislang nicht zu den Berichten über Trumps Ansinnen.

Bodenschätze und Lage

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, Trump habe Berater gefragt, ob ein Ankauf Grönlands möglich sei. Die Zeitung zitierte mit dem Vorgang vertraute Kreise. Wie seriös Trumps Absichten seien, sei selbst für seine Mitarbeiter unklar gewesen, hieß es in dem Bericht. Trump will Anfang September Dänemark besuchen.

Grönland ist etwa sechs Mal so groß wie Deutschland. Ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Für Washington könnte die größte Insel der Welt durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland und wegen der dort vermuteten Bodenschätze strategisch bedeutend sein. Zudem betreiben die USA dort einen Luftwaffenstützpunkt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. August 2019 um 22:00 Uhr.

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