General Khalifa Haftar bei einer Militärparade im Mai 2018 | Bildquelle: AFP

Machtkampf in Libyen Trump würdigt abtrünnigen General

Stand: 20.04.2019 00:35 Uhr

Im UN-Sicherheitsrat streitet man noch, ob der libysche General Haftar als Schuldiger für die neue Gewalt in Tripolis benannt werden soll. US-Präsident Trump würdigte in einem Telefonat mit Haftar dessen "Anti-Terror-Bemühungen".

US-Präsident Donald Trump hat mit dem abtrünnigen libyschen General Chalifa Haftar über die Lage in dem Land beraten. Bereits am Montag hätten die beiden in einem Telefongespräch über "andauernde Anti-Terror-Bemühungen" und die Notwendigkeit diskutiert, "Frieden und Stabilität in Libyen zu erreichen", erklärte das Weiße Haus.

Trump habe die "bedeutende Rolle" gewürdigt, die Haftar im Kampf gegen den Terrorismus und bei der Sicherung der libyschen Ölreserven spiele. Die beiden hätten eine "gemeinsame Vision" besprochen, wie in Libyen ein Übergang zu einem "stabilen, demokratischen politischen System" geschaffen werden könne, hieß es weiter. Das Weiße Haus erläuterte nicht, warum die Bekanntgabe des Gesprächs erst mit mehrtägiger Verspätung erfolgte.

Rom und Paris loten gemeinsame Strategie aus

Am gestrigen Freitag berieten Italiens Außenminister Enzo Moavero Milanesi und sein französischer Amtskollegen Jean-Yves Le Drian über die Lage in Libyen. Beide Staaten wollten eine gemeinsame Strategie ausloten, beide hätten ein gemeinsames Ziel, hieß es nach dem Treffen. Die Gespräche sollen kommende Woche weitergeführt werden. "Ohne eine solide französisch-italienische Übereinkunft" könne es kein Ende der Kämpfe in Libyen geben, sagte Le Drian. Sowohl Italien als auch Frankreich verfolgen in Libyen eigene strategische Interessen, besonders im Bezug auf die Ölvorräte des Landes.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Der abtrünnige General Haftar hatte Anfang April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis gestartet, wo die UN-gestützte Regierung von Ministerpräsident Fajes al-Sarradsch ihren Sitz hat. Der General unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.

Bei heftigen Gefechten wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation seit Beginn der Offensive auf Tripolis mindestens 205 Menschen getötet und mehr als 900 weitere verletzt. Mehr als 25.000 Menschen befinden sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration auf der Flucht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. April 2019 um 01:00 Uhr.

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