Trump | Bildquelle: AP

USA und Iran Treffen ohne Bedingungen - oder doch?

Stand: 31.07.2018 08:33 Uhr

Ohne Vorbedingungen ist US-Präsident Trump bereit, sich mit dem Iran im Atomstreit zu treffen. Das sieht der iranische Präsident Rouhani anders. Die Opposition zweifelt an Trumps Strategie.

Von Sebastian Schreiber, ARD Studio Washington

Noch vor einer Woche hatte US-Präsident Donald Trump den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani gewarnt, "niemals wieder die USA" zu bedrohen, sonst werde dies "härteste Konsequenzen zur Folge haben". Trump sprach diese Warnung über Twitter aus - in Großbuchstaben.

Vorbedingungen "nicht nötig"

Nun also ganz andere Töne: Nach einem Gespräch in Washington mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte sagte Trump, wenn der iranische Führung das wolle, sei er jederzeit bereit, sich zu treffen. "Wenn wir was Aussagekräftiges aushandeln, nicht so eine Papierverschwendung wie das andere Abkommen, dann würde ich mich natürlich treffen." Ob es dafür Vorbedingungen benötige, will eine Reporterin wissen. Nein, sagte Trump: "Wenn sie wollen, treffen wir uns jederzeit. Das wäre gut für uns, für sie und die Welt." 

Mit diesem "anderen" Deal, den Trump auf der Pressekonferenz ansprach, ist das Atomabkommen mit dem Iran gemeint, aus dem sich Trump und die USA Anfang Mai zurückgezogen haben. Sechs Länder, darunter Deutschland, hatten das Abkommen 2015 mit dem Iran geschlossen - es soll das Land am Bau von Atombomben hindern. Teheran hatte zugesagt, sein Atomprogramm aufzugeben und sich Kontrollen zu unterwerfen. Im Gegenzug sollten Wirtschaftssanktionen gelockert werden.  

Iran stellt Bedingungen für Treffen

Anders als US-Präsident Trump stellt der Iran Bedingungen für ein Treffen im Atomstreit: Die USA müssten ihren Ausstieg aus dem Atomabkommen revidieren und die neuen Sanktionen gegen Teheran außer Kraft setzen. Das teilte der Berater von Präsident Rouhani mit.

In einem Interview mit dem Sender CNBC bestätigte US-Außenminister Mike Pompeo nun die Bereitschaft, mit dem Iran über neues Abkommen zu verhandeln. Anders als Trump, nannte er Bedingungen dafür: "Wenn der Iran sich dazu bekennt, das eigene Volk fundamental anders zu behandeln, wenn sich das Land bereiterklärt, ein Abkommen zu schließen, dass die Entwicklung von Atomwaffen wirklich verhindert, dann ist der Präsident bereit zu verhandeln."

Zweifel an der Strategie des US-Präsidenten

Aus dem Lager der Demokraten wurden nach der Äußerung Trumps Zweifel an der Strategie des US-Präsidenten laut. Schließlich habe er die Beziehung zum Iran - durch den Ausstieg aus dem Abkommen - gerade erst kaputtgemacht, sagte der demokratische Kongressabgeordnete John Garamendi dem Sender CNN. Er wisse nicht, was Trump mit dem Treffen erreichen wolle. "Er will sich mit dem Land zusammensetzten ohne Bedingungen - er muss glauben, er sei ein Genie. Wenn er denkt, er kann so ein Treffen durchziehen, ohne vorher mal zu verhandeln - viel Glück."

US-Präsident Trump zu Treffen mit Iran bereit - ohne Vorbedingungen
Sebastian Schreiber, ARD Washington
31.07.2018 07:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

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