Irans Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli | Bildquelle: AFP

Iran zu Trump-Offerte "Wie können wir diesem Land vertrauen?"

Stand: 31.07.2018 15:27 Uhr

US-Präsident Trump sagt, er sei "ohne Vorbedingungen" zu einem Treffen mit Teheran bereit, doch im Iran scheint das Interesse gering zu sein. Trumps Ausstieg aus dem Atomdeal wirkt noch nach.

Die Gesprächsofferte von US-Präsident Donald Trump ist von der iranischen Führung verhalten aufgenommen worden. Ein Berater von Irans Präsident Hassan Rouhani machte Gespräche mit Trump von einem amerikanischen Wiedereinstieg in den internationalen Atompakt abhängig.

"Respekt für die Rechte der iranischen Nation"

Wer Dispute "in zivilisierten Gesellschaften" durch Dialog lösen wolle, müsse sich auch der dazu nötigen Mittel bedienen, zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna den politischen Berater Hamid Abutalebi.

"Respekt für die Rechte der iranischen Nation, ein Abbau der Feindseligkeiten und die Rückkehr zum Atomvertrag sind die Schritte, die gegangen werden können, um die holprige Straße der Gespräche zwischen dem Iran und Amerika zu begradigen", erklärte Abutalebi auf Twitter.

Irans Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli sagte der Nachrichtenagentur Fars, die USA seien kein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner. "Wie können wir diesem Land vertrauen, wenn es sich einseitig aus dem Atomdeal zurückzieht?"

Rouhani hält sich an die EU

Ob Rouhani überhaupt an Gesprächen mit Trump interessiert ist, ist unklar. Seinem Stabschef zufolge sollen im vergangenen Jahr bereits acht Anfragen aus Washington für ein direktes Treffen der beiden Staatsoberhäupter abgelehnt worden sein.

Rouhani selbst schwieg zunächst zu Trumps Angebot und bezeichnete den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen als illegal. Wenn es darum gehe, die Beziehungen zum Iran aufrechtzuerhalten, so liege der Ball derzeit im Spielfeld Europas, erklärte Rouhani auf seiner Homepage.

Die iranische Führung hatte bisher direkte Gespräche mit Trump nach dem Rückzug der US-Regierung aus dem internationalen Atomabkommen ausgeschlossen. Der Pakt garantiert Teheran für eine Eindämmung seines Atomprogramms eine Lockerung von Sanktionen.

Irans Präsident Hassan Rouhani | Bildquelle: REUTERS
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Irans Präsident Hassan Rouhani äußerte sich noch nicht direkt zu Trumps Vorstoß.

Ton hatte sich verschärft

Trump hatte am Montag gesagt, er sei "ohne Vorbedingungen" zu einem Treffen mit Rouhani bereit, so dieser denn wolle. Es sei nichts Falsches daran, sich zu treffen. "Ich würde mich mit jedem treffen. Ich glaube an Meetings." Das gelte insbesondere, wenn es um Krieg gehe.

Noch vor einer Woche hatte Trump Rouhani gewarnt, "niemals wieder die USA" zu bedrohen, sonst werde dies "härteste Konsequenzen zur Folge haben". Trump sprach diese Warnung über Twitter aus - in Großbuchstaben.

Über dieses Thema berichtete am 31. Juli 2018 Deutschlandfunk um 14:00 Uhr und die tagesschau um 15:00 Uhr.

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