US-Präsident Trump. | Bildquelle: Al Drago/EPA-EFE/Shutterstock

Vor Besuch in der Stadt Trump verteidigt Schützen von Kenosha

Stand: 01.09.2020 06:52 Uhr

Kenosha kommt nicht zur Ruhe: Nach Protesten gegen Polizeigewalt will US-Präsident Trump die Stadt besuchen - obwohl er ausgeladen wurde. Im Vorfeld verteidigte Trump einen 17-Jährigen, der bei den Protesten zwei Menschen erschossen haben soll.

US-Präsident Donald Trump hat einen weißen Schützen verteidigt, der bei einem Protest gegen Rassismus in der Stadt Kenosha im US-Bundesstaat Wisconsin zwei Menschen erschossen haben soll. Trump legte nahe, dieser habe in Notwehr gehandelt. "Das war eine interessante Situation", sagte Trump über die Handlungen des Mannes. Die Demonstranten hätten den Schützen "sehr gewalttätig" angegriffen. "Er hat versucht, von ihnen wegzukommen, nehme ich an, es sieht so aus, und er ist gestürzt." Er "wäre wohl getötet worden", fügte Trump hinzu.

Die Stimmung in Kenosha vor Trumps Besuch
Morgenmagazin, 01.09.2020, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Der 17-jährige Kyle R. ist wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Er soll bei den Protesten zunächst einen Mann erschossen haben und dann gestürzt sein, als andere Menschen versuchten, ihn zu entwaffnen. Später soll er einen weiteren Mann erschossen haben. Ein Teil des Geschehens war auf Handyvideos aufgenommen und im Internet verbreitet worden. R. gehört möglicherweise einer weißen Bürgerwehr an. Sein Anwalt spricht bei den Schüssen von Selbstverteidigung.

Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt

In Kenosha war es zu Unruhen gekommen, nachdem ein Polizist am 23. August dem Schwarzen Jacob Blake siebenmal in den Rücken geschossen hatte. Blake ist seitdem querschnittsgelähmt. Der Vorfall löste Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus, es kam zu Auseinandersetzungen auf den Straßen. Gouverneur Tony Evers entsandte daraufhin die Nationalgarde in die Stadt.

Am Dienstag will Trump Kenosha besuchen, obwohl ihn Gouverneur Evers und der Bürgermeister der Stadt, John Antaramian, gebeten hatten, nicht zu kommen. In einem offenen Brief schrieb Evers: "Ich bin besorgt, dass ihre Anwesenheit unsere Heilung nur behindern wird." Die Menschen in Kenosha seien angesichts der jüngsten traumatischen Ereignisse "erschöpft". Auch Antaramian sprach sich gegen den Besuch aus. Es sei zu früh, zunächst müssten die jüngsten Wunden heilen, sagte er im Gespräch mit dem Sender CNN.

"Law and Order"-Wahlkampf

Trump allerdings verneinte bei einer Pressekonferenz die Frage, ob sein Besuch in Kenosha wegen der angespannten Lage nicht für weitere Unruhen sorgen könnte. Seine Visite könne "Liebe und Respekt für unser Land steigern", sagte er. Trump hatte Wisconsin bei der Wahl 2016 knapp gewonnen und hofft, sich den Staat auch am 3. November wieder zu sichern.

Seinen Wahlkampf baut Trump im Augenblick auf das Thema "Law and Order" - "Recht und Ordnung" - auf. Es wird erwartet, dass er dies auch in Kenosha thematisieren wird. Bei seinem Besuch will der Präsident Vertreter der Sicherheitskräfte und von Plünderungen betroffene Ladenbesitzer treffen, nicht aber die Familie von Blake. Diese hätte darauf bestanden, nur im Beisein eines Anwalts mit ihm zu sprechen, sagte er.

Kritiker werfen Trump vor, den Rassismus in den USA kleinzureden. Bei seiner Pressekonferenz etwa sagte er, das Problem sei vor allem die "linksgerichtete Indoktrination" in Schulen und Universitäten. Vielen jungen Amerikanern seien Lügen beigebracht worden, wonach Amerika ein böses und von Rassismus geplagtes Land sein solle, so Trump.

Vor Trumps umstrittenem Besuch in Kenosha
Sebastian Hesse, ARD Washington
01.09.2020 07:17 Uhr

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Mit Informationen von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 01. September 2020.

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