US-Präsident Trump auf dem Weg zum Hubschrauber "Marine One" | Bildquelle: REUTERS

Coronavirus Trump in der Klinik - Infektionen im Umfeld

Stand: 03.10.2020 10:32 Uhr

US-Präsident Trump ist wegen seiner Corona-Infektion in ein Militärkrankenhaus gebracht worden - eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie das Weiße Haus mitteilte. Aus dem Umfeld des Präsidenten wurden weitere Ansteckungen bekannt.

US-Präsident Donald Trump wird seine Amtsgeschäfte in den nächsten Tagen aus dem Walter Reed Medical Center in Maryland heraus erledigen. Am Freitagabend war er mit einem Hubschrauber in das Militärkrankenhaus gebracht worden. Einer Sprecherin zufolge handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Der Präsident werde weiter arbeiten. Er habe die Amtsgeschäfte nicht an seinen Vize Mike Pence übergeben.

Trump selbst teilte mit: "Ich denke, dass es mir sehr gutgeht. Aber wir wollen sicherstellen, dass alles gut ausgeht." Auch seinem Arzt Sean P. Conley zufolge geht es Trump gut und er braucht keinen zusätzlichen Sauerstoff. Er habe mit der Einnahme des Covid-19-Medikaments Remdesivir begonnen.

Kurz nach Mitternacht hatte Trump am Freitag über Twitter mitgeteilt, dass er und seine Ehefrau Melania positiv auf das Coronavirus getestet worden seien.

Antikörper-Cocktail verabreicht

Nach Angaben seines Leibarztes wurde Trump eine Dosis eines Antikörper-Cocktails verabreicht - eine experimentelle Behandlungsmethode. Zudem nehme er Zink, Vitamin D, das Magenmittel Famotidin, das Schlafhormon Melatonin und Aspirin ein. Er weise Ermüdungserscheinungen auf, sei aber guter Dinge. Zu First Lady Melania dagegen hieß es, ihr gehe es weiterhin gut. Sie blieb im Weißen Haus.

Die Wirksamkeit des Antikörper-Cocktails wird derzeit in klinischen Studien untersucht. Der Chef des Pharma-Unternehmens Regeneron, Leonard Schleifer, sagte der "New York Times", Trump sei der erste Patient, der das Mittel erhalte. Sein Unternehmen habe das Medikament auf Bitten des Weißen Hauses zur Verfügung gestellt. 

Helikopter vor dem Weißen Haus in Washington | Bildquelle: AP
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US-Präsident Donald Trump wurde mit einem Helikopter in die Militärklinik geflogen, die nahe Washington liegt.

Wahlkampfmanager und Parteivorsitzende positiv getestet

Nach Trumps Infektionen wurden weitere Fälle in dessen Umfeld bekannt. So wurde der Wahlkampfmanager Bill Stepien positiv auf das Coronavirus getestet. Auch die Vorsitzende der Republikanischen Partei, Ronna McDaniel, und Trumps Ex-Beraterin Kellyanne Conway, machten öffentlich, dass sie positiv auf Corona getestet worden seien. Auch Senatoren berichteten über Ansteckungen.

Im Umfeld des Präsidenten wurden zahlreiche Tests vorgenommen. Medienberichten zufolge war Trump diese Woche noch zu einer Veranstaltung zur Einwerbung von Wahlkampfspenden gereist, nachdem bei seiner engen Vertrauten Hope Hicks bereits eine Corona-Infektion festgestellt worden war. Das Weiße Haus teilte mit, die Kontakte des Präsidenten würden nun nachverfolgt.

Heiße Phase des Wahlkampfes

Die Erkrankung trifft Trump in der heißen Phase des Wahlkampfs vor der Abstimmung am 3. November und dürfte erhebliche Auswirkungen darauf haben. Gerade erst hatte er in einem ersten TV-Duell mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden gestanden. Am 15. Oktober sollte das zweite von insgesamt drei geplanten Fernsehduellen gegen Biden stattfinden. Dieser ließ sich auf Corona testen. Das Ergebnis bei Biden war negativ.

Trump liegt in Umfragen hinter dem Demokraten, in vielen US-Bundesstaaten wird jetzt bereits abgestimmt. Biden, dessen Testergebnis negativ ausfiel, setzte seinen Wahlkampf fort. Allerdings verzichtete er auf die Ausstrahlung von Spots, in denen er Trump direkt angreift. Er spielte aber durchaus auf dessen Umgang mit dem Coronavirus an. Trumps Infektion sei eine Mahnung, das Virus ernstzunehmen, sagte Biden.

Trump kommt ins Krankenhaus, Biden macht weiter Wahlkampf
Nicole Markwald, ARD Los Angeles, zzt. Washington
03.10.2020 10:46 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. Oktober 2020 tagesschau24 um 09:00 Uhr und die tagesschau um 09:54 Uhr.

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