Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Russland-Affäre Mueller drohte Trump mit Vorladung

Stand: 02.05.2018 12:18 Uhr

Hat US-Präsident Trump bei den Ermittlungen zur Russland-Affäre die Justiz behindert? Das untersucht Sonderermittler Mueller. Laut einem Medienbericht hat er Trump sogar mit einer Zwangsvorladung gedroht.

FBI-Sonderermittler Robert Mueller hat US-Präsident Donald Trump nach einem Bericht der "Washington Post" mit der Vorladung vor einer sogenannten Grand Jury gedroht. Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf vier ungenannte Quellen. Damit sei zum ersten Mal eine solche Äußerung Muellers bekannt geworden.

Einen solchen Schritt habe Muellers Team im März während eines Treffens mit Trumps Anwälten ins Spiel gebracht, sagte Trumps früherer Anwalt John Dowd. Dowd war der führende Vertreter des US-Präsidenten in der Russland-Affäre. "Dies ist nicht irgendein Spiel", soll Dowd gekontert haben. "Sie verpfuschen die Arbeit des Präsidenten der Vereinigten Staaten", zitierte ihn die Zeitung.

Wenige Tage nach der Entlassung des damaligen FBI-Chefs James Comey durch Trump hatte das Justizministerium Mueller im Mai 2017 zum Sonderermittler ernannt. Bei den Ermittlungen geht es um den Vorwurf russischer Einmischung in die US-Wahl 2016 und die Frage, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit dem Trump-Lager gab.

Trump nennt Ermittlungen "Hexenjagd"

Trump, der durch die Untersuchung unter starkem politischen Druck steht, bestreitet die Vorwürfe und hat die Angelegenheit mehrfach öffentlich als "Hexenjagd" bezeichnet. Er hatte die Verbalattacken auf Muellers Ermittlungen zuletzt verstärkt.

Erst am Dienstag twitterte er erneut, bei der Untersuchung handele es sich um eine "russische Hexenjagd". Es sei sehr schwierig, die Justiz wegen eines Verbrechens zu behindern, das niemals passiert sei.

Wird Trump persönlich befragt?

Medienberichten zufolge verhandelt Muellers Team bereits seit vergangenem Jahr mit Trump-Anwälten über eine persönliche Befragung des Präsidenten. Am Montag veröffentlichte die "New York Times" eine Liste mit Fragen an Trump, die die Ermittler den Anwälten des Präsidenten zugesandt haben sollen. Die Bandbreite der Fragen reichte laut Zeitung von einer nach den Gründen des Präsidenten, Comey zu feuern, bis hin zu mutmaßlichen Kontakten des Trump-Lagers nach Russland.

Trump hatte vor zwei Wochen den früheren New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani in sein Anwaltsteam geholt. Giuliani kündigte an, er wolle mit dem Sonderermittler eine Vereinbarung darüber erzielen, auf welche Art der Präsident mit den Ermittlungen kooperieren könne.

alt Harold Bornstein | Bildquelle: NY Daily News via Getty Images

Trump hat laut Arzt sein Gesundheitszeugnis selbst diktiert

Im US-Wahlkampf 2016 hatte Donald Trump mit seinem fabelhaften Gesundheitszeugnis geprahlt. Sein langjähriger Arzt Harold Bornstein erhebt nun Vorwürfe gegen ihn. Trump soll sein positives Gesundheitszeugnis selbst diktiert haben. "Er hat den gesamten Brief diktiert. Ich habe diesen Brief nicht geschrieben" sagte Bornstein dem Sender CNN. Er habe Trump nur gesagt, was er "nicht reinschreiben" könne.

In einem Brief hatte der Arzt dem Präsidentschaftskandidaten Trump im Dezember 2015 attestiert, er sei der "gesündeste Kandidat, der jemals in das Präsidentenamt gewählt werde". Zunächst hatte Bornstein eingeräumt, das Schreiben in nur fünf Minuten verfasst zu haben, während vor der Praxistür Trump-Vertraute warteten. Jetzt korrigierte der Arzt seine Aussage, dass Trump den Brief sogar selbst diktiert habe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Mai 2018 um 18.30 Uhr.

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