US-Präsident Trump hält eine Rede vor dem Weißen Haus | Bildquelle: dpa

"NYT"-Herausgeber über Trump "Spalterisch und gefährlich"

Stand: 29.07.2018 22:43 Uhr

Eigentlich sollte nichts über ein Treffen von US-Präsident Trump mit dem "New York Times"-Herausgeber Sulzberger bekannt werden - dann twitterte Trump darüber und Sulzberger sprach eine Warnung aus.

Der Herausgeber der "New York Times" hat US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen im Weißen Haus für dessen Verbalattacken gegen die Medien kritisiert. "Ich habe dem Präsidenten direkt gesagt, dass ich seine Sprache nicht nur als spalterisch empfinde, sondern auch mehr und mehr als gefährlich", erklärte Arthur Gregg Sulzberger.

Nach Sulzbergers Angaben fand das Treffen am 20. Juli auf Initiative des Weißen Hauses statt. Eigentlich sei Vertraulichkeit über den Inhalt vereinbart worden. Da der Präsident nun aber in einer Twitter-Botschaft über das Treffen berichtete, fühle er sich seinerseits nicht mehr an die Vertraulichkeit gebunden und wolle seine Sicht des Verlaufs darlegen, erklärte Sulzberger.

Trump bezeichnete das Treffen mit Sulzberger als "sehr gut und interessant". In seinem Tweet schrieb er: "Wir haben lange über die große Menge von 'Fake News' geredet, die von den Medien verbreitet werden, und darüber, wie sich daraus der Begriff 'Feinde des Volks' entwickelt hat. Traurig!" Sulzbergers Kritik erwähnte Trump nicht.

Warnung vor Gewalt

Der Herausgeber berichtete nach Trumps Tweet, er habe dem Präsidenten gesagt, dass der Ausdruck "Fake News" unwahr und abträglich sei. Noch schlimmer sei es, Journalisten als "Feinde des Volkes" zu bezeichnen. Diese aufrührerische Sprache führe zu mehr Drohungen gegen Journalisten und schließlich zu Gewalt, erklärte Sulzberger.

"New York Times"-Herausgeber Sulzberger | Bildquelle: AP
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Sulzberger kritisierte Trump bei ihrem Treffen scharf

Der 37-Jährige Sulzberger hatte am 1. Januar die Führung des New Yorker Traditionsblatts von seinem Vater übernommen. Trump twitterte damals, dies sei die "letzte Chance" der Zeitung, sich als unvoreingenommen zu beweisen.

CNN-Journalistin Zugang verwehrt

Auch mit zahlreichen weiteren US-Medien steht Trump im Konflikt. Erst vor wenigen Tagen untersagte das Weiße Haus einer Journalistin des Senders CNN die Teilnahme an der Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Andere Journalisten, darunter von konkurrierenden Sendern, stellten sich hinter CNN. Selbst der Journalist Bret Baier des Senders Fox News, der von Kritikern als Haus-und-Hof-Sender von Trump bezeichnet wird, schrieb bei Twitter, Fox News stehe "in diesem Punkt fest hinter CNN".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juli 2018 um 04:00 Uhr.

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