US-Präsident Donald Trump und Staatssekretär Mike Pompeo kurz vor dem Treffen mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol. | Bildquelle: AFP

USA und Nordkorea Trump will Kim nun doch treffen

Stand: 01.06.2018 22:00 Uhr

Erst sagt er zu, dann sagt er ab, jetzt sagt er wieder zu. Der Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim werde nun doch wie ursprünglich geplant am 12. Juni stattfinden, verkündete US-Präsident Trump.

Nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol in Washington sagte US-Präsident Donald Trump, der Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un wird nun doch am 12. Juni stattfinden.

Alles wie ursprünglich geplant

"Ich denke, wir werden ein Verhältnis aufbauen und das wird am 12. Juni beginnen", sagte Trump. Das Treffen soll in Singapur stattfinden, genau wie es ursprünglich geplant gewesen war.

Noch in der vergangenen Woche hatte es so ausgesehen, als sei der Gipfel geplatzt. Trump hatte das Treffen in einem Brief an Kim Jong Un abgesagt - was er mit "offener Feindseligkeit" Nordkoreas begründete. Die Absage war aber nicht von langer Dauer. Da sich Pjöngjang weiter offen für Gespräche zeigte, signalisierte Trump schon einen Tag später weiterhin Interesse an einem Treffen und beide Seiten führten an verschiedenen Orten Verhandlungen.

US-Präsident Donald Trump (r.) und der nordkoreanische Unterhändler Kim Yong Chol. | Bildquelle: AP
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Nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol verkündet US-Präsident Trump, dass der Gipfel doch stattfindet.

Ein Brief von Kim für Trump

Kim Yong Chol ist ein enger Vertrauter von Staatschef Kim Jong Un und aktuell Vizevorsitzender des Zentralkomitees der kommunistischen Arbeiterpartei. Der 72-Jährige kam bereits am Mittwoch bei einem Essen mit US-Außenminister Mike Pompeo zusammen.

Kim Yong Chol übergab Trump bei seinem Besuch in Washington einen Brief von Kim Jong Un. Zu dessen Inhalt wollte sich der US-Präsident nicht äußern. Er sagte nur, es sei ein "sehr nettes" und "sehr interessantes" Schreiben. Später sagte er, er habe den Brief noch gar nicht geöffnet.

Der nordkoreanische Machthaber ließ unterdessen über die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mitteilen, er fühle sich der Denuklearisierung nach wie vor verpflichtet und hoffe, dass dieses Ziel in mehreren Schritten und im Interesse aller Seiten erreicht werden könne.

Wer versteht was unter Denuklearisierung?

Der Streit um die Denuklearisierung ist kompliziert, denn die USA und Nordkorea verstehen darunter unterschiedliche Dinge - was die Verhandlungen über atomare Abrüstung und den Gipfel erschwert. Strittig ist unter anderem, ob außer atomaren Sprengköpfen auch Atomanlagen zur Urananreicherung beseitigt werden oder die USA ihre Streitkräfte aus Südkorea abziehen und ihre Fähigkeiten zu einem nuklearen Gegenschlag aufgeben sollen.

Die USA hoffen, Nordkorea dazu bewegen zu können, sein Atomprogramm komplett und überprüfbar abzubauen - und das möglichst rasch. Nordkorea will aus der internationalen Isolation heraus, um über Außenhandel und Investitionen Wohlstand zu generieren. Dafür muss es die USA überzeugen, die internationalen Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea aufzuheben.

Das letzte Mal, dass ein ranghoher Vertreter Nordkoreas das Weiße Haus besuchte, war im Jahr 2000. Damals empfingen der demokratische Präsident Bill Clinton und seine Außenministerin Madeleine Albright den nordkoreanischen Vizemarschall Jo Myong Rok.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Juni 2018 um 21:45 Uhr.

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