Donald Trump | Bildquelle: AFP

USA und Nordkorea Doch ein Gipfel mit Kim - sagt Trump

Stand: 02.06.2018 05:37 Uhr

Zusage, Absage, Zusage: US-Präsident Trump will Nordkoreas Machthaber Kim nun doch am 12. Juni in Singapur treffen. Bei seiner jüngsten Termin-Verkündung schraubte Trump die Erwartungen aber runter.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Normalerweise ist Donald Trump ein Mann der Superlative. Doch am Freitag hat sich der US-Präsident im Gegenteil versucht: Erwartungen runterschrauben - das war seine Mission, als er ankündigte, dass das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nun doch am 12. Juni in Singapur stattfinden soll.

"Wir werden da nicht irgendwas unterschreiben. Wir fangen einen Prozess an. Ich habe Nordkoreas Abgesandten heute gesagt: Wir können das alles schnell, aber auch langsam machen. Nehmt Euch Zeit!", sagte der US-Präsident.

US-Präsident Donald Trump (r.) und der nordkoreanische Unterhändler Kim Yong Chol. | Bildquelle: AP
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Nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Unterhändler Kim Yong Chol verkündet US-Präsident Trump, dass der Gipfel doch stattfindet.

Ranghoher Vertreter Nordkoreas im Weißen Haus

Hopplahopp-Zusage, dann wieder Absage, nun wieder Zusage. Die letzte Kehrtwende kam nachdem Kim Jong Un einen engen Vertrauten mit einem persönlichen Brief ins Weiße Haus geschickt hat. Er war der ranghöchste Vertreter Nordkoreas seit 18 Jahren, der das Weiße Haus besuchte. Auch das eine wichtige Geste.

Dabei hat der nordkoreanische Unterhändler sich aber auch ganz bestimmt gut umgeschaut, ist sich der ehemalige NSA-Direktor Michael Hayden sicher, sagt er auf CNN: "Er wird den Präsidenten abchecken. Er wird gucken: Wer ist im Raum, auf wen hört der Präsident, wer weiß wohl am meisten, worum es geht. Und das Wissen bringt er seinem Anführer mit."

"Hunderte Sanktionen in der Schublade"

Die USA verlangen von Nordkorea die komplette atomare Abrüstung. Dabei verstehen beide Länder etwas anderes unter Denuklearisierung.

Aber Trump lobte eine Belohnung aus, sollte Nordkorea sich kooperativ zeigen: "Wir haben hunderte neue Sanktionen in der Schublade. Ich habe gesagt, ich werde keine neuen einsetzen bis die Gespräche womöglich zusammenbrechen. Warum würde ich Sanktionen verhängen, wenn wir uns so nett unterhalten?"

Skepsis bei McConnell

Über die Menschenrechtslage in dem abgeschotteten Land hat der US-Präsident mit dem nordkoreanischen Unterhändler nicht gesprochen. Das könne womöglich noch kommen, sagte er.

Während Trump das Treffen als positiv beschrieb, warnte sein republikanischer Parteikollege und Senats-Mehrheitsführer Mitch McConnell, man dürfe sich einen Deal nicht zu sehr wünschen: "Wenn man sich in einen Deal verliebt, den unbedingt will und die Details nebensächlich werden, dann sitzt man in der Patsche."

Es sind noch zehn Tage bis zum aktuellen Termin für das Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump. Genug Zeit, es noch ein paar Mal anzukündigen oder abzusagen - von beiden Seiten.

Jetzt doch: Trump trifft sich mit Kim Jong Un
Martina Buttler, ARD Washington
02.06.2018 06:37 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Juni 2018 um 21:45 Uhr.

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