US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump legen Steine vor der Tree-of-Life-Synagoge in Pittsburgh nieder - im Judentum ein Akt des Totengedenkens. | Bildquelle: AP

Nach Synagogen-Attentat Trump zu Kondolenzbesuch in Pittsburgh

Stand: 30.10.2018 22:55 Uhr

US-Präsident Trump ist nach Pittsburgh gereist, um der elf Menschen zu gedenken, die bei einem Massaker in einer Synagogen ums Leben kamen. Der Empfang fiel frostig aus. Gouverneur und Bürgermeister lehnten ein Treffen ab.

Nach dem antisemitischen Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh sind US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania, seine Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner zu einem Kondolenzbesuch in die Stadt gereist.

Am Wochenende hatte ein Angreifer aus Judenhass die Tree-of-Life-Synagoge gestürmt und elf Menschen erschossen.

Trump hatte dem Sender Fox News vor seiner Reise nach Pittsburgh gesagt, er wolle mit seinem Besuch Respekt zollen. Er plant auch Verletzte im Krankenhaus zu besuchen, darunter Polizisten, die bei dem Angriff verwundet wurden.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte, Donald und Melania Trump wollten die Unterstützung des amerikanischen Volkes zum Ausdruck bringen und mit den Menschen in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania trauern.

Weiße Rosen und Steine an der Gedenkstätte

In Pittsburgh legte Melania Trump an einer provisorischen Gedenkstätte für die Toten weiße Rosen und einen Stein für jeden getöteten Menschen nieder. Im Vorraum der Synagoge zündete die Familie Kerzen an.

Auch Finanzminister Steve Mnuchin und der israelische Botschafter in den USA, Ron Dermer, fanden sich im Rahmen des Besuchs an der Synagoge ein.

Der Empfang der Präsidentenfamilie fiel jedoch frostig aus: Als die Fahrzeugkolonne durch Pittsburgh rollte, begrüßten sie am Straßenrand manche mit erhobenem Mittelfinger und Protestplakaten, die zur Abwahl Trumps in den Midterm-Elections aufforderten.

Ivanka Trump und Ehemann Jared Kushner, beide Verwandte und Berater des US-Präsidenten, nahmen an der Gedenkfeier in Pittsburgh teil. | Bildquelle: AP
galerie

Ivanka Trump und Ehemann Jared Kushner, beide Verwandte und Berater des US-Präsidenten, nahmen an der Gedenkfeier in Pittsburgh teil. Trump konvertierte vor ihrer Heirat mit Kushner zum Judentum.

Trump in Pittsburgh nicht willkommen

Zudem hatten Vertreter der lokalen Regierung einem möglichen Treffen eine Absage erteilt. Sowohl der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, Tom Wolf, und der Bürgermeister Pittsburghs, Bill Peduto, kündigten an, Trump während seines Besuchs nicht treffen zu wollen.

Die jüdische Gemeinde Pittsburghs hatte vorab in einem offenen Brief klargemacht, dass sie den Besuch ablehnt. "Präsident Trump, Sie sind in Pittsburgh nicht willkommen, bis sie den weißen Nationalismus umfassend verurteilen", hieß es in dem Schreiben.

Trump hatte die US-Nachrichtenmedien für das aufgeheizte politische Klima in den USA verantwortlich gemacht und wiederholt rassistische und rechtsextreme Attentate wie in Charlottesville relativiert.

Kurz nach dem Anschlag auf die Tree-of-Life-Synagoge verurteile er jedoch den Antisemitismus und auch andere Formen des Hasses auf Religionen und Minderheiten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Oktober 2018 um 04:42 Uhr.

Darstellung: