Anhänger der "Proud Boys" | Bildquelle: AP

Kritik nach TV-Debatte Trump spricht sich gegen Rechtsextremisten aus

Stand: 02.10.2020 07:16 Uhr

"Proud Boys - haltet euch zurück und bereit" - mit diesem Aufruf hatte Trump scharfe Kritik geerntet. Nachdem er später erklärte, die rechtsradikale Gruppe nicht zu kennen, distanzierte er sich jetzt von ihnen und allen anderen Rechtsextremen.

US-Präsident Donald Trump hat sich angesichts zunehmenden Drucks gegen rechtsextreme Gruppierungen ausgesprochen. "Ich habe es viele Male gesagt und lassen Sie mich es noch einmal klarstellen: Ich verurteile den KKK (Ku-Klux-Klan), ich verurteile alle White Supremacists", sagte Trump im Sender Fox News. Der englische Begriff "White Supremacy" beschreibt die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen.

Trump: "Wen soll ich verurteilen?"

Journalisten konnten Trump in den vergangenen Tagen nicht dazu bringen, diese Bewegungen eindeutig zu verurteilen, in dem er sie auch explizit als solche bezeichnet. Trump beklagte am Donnerstag, er könne es hundert Mal sagen und es wäre für die Medien immer noch nicht genug.

Rechtsextreme Gruppierungen waren bei der ersten TV-Debatte mit Trumps Herausforderer Joe Biden am Dienstag diskutiert worden. Moderator Chris Wallace fragte Trump, ob er bereit wäre, Gruppen und Milizen zu verurteilen, zu deren Ansichten die "Überlegenheit von Weißen" gehört. Trump fragte daraufhin: "Wen soll ich verurteilen?" Biden warf den Namen der rechten Gruppe "Proud Boys" in den Raum. Trump sagte daraufhin an die Adresse der "Proud Boys", sie sollten sich zurückhalten und bereithalten ("stand back and stand by"). Was er mit "bereithalten" meinte, blieb unaufgeklärt.

Druck auf Präsidenten wächst

Trump-Kritiker, wie Bidens Kandidatin für die Vizepräsidentin, Kamala Harris, empörten sich darüber, dass der Präsident sich geweigert habe, die Ideologie der "White Supremacy" zu verdammen: "Ich habe gehört, was wir alle gehört haben."

Trumps Sohn Donald Trump Jr. sagte daraufhin im Sender CBS, dass sein Vater sich wohl versprochen habe. Die "New York Times" zitierte Präsidentenberater Jason Miller, der sagte, Trump habe deutlich gemacht, dass die "Proud Boys" Gewalt beenden sollten.

Am Mittwoch behauptete Trump dann, gar nicht zu wissen, wer die Proud Boys seien. Im Fox News Interview sagte er nun: "Ich verurteile die Proud Boys. Ich weiß nicht viel über die Proud Boys, fast nichts, aber ich verurteile das."

FBI stuft Gruppe als extremistisch ein

Die "Proud Boys" gehen Berichten zufolge auf eine Initiative des kanadisch-britischen Gründers des "Vice Magazine", Gavon McInnes, zurück. Die Organisation nimmt demnach nur Männer auf. Den Mitgliedern geht es nach eigenem Bekunden um eine Rückkehr zu "traditionellen Werten". Das FBI stuft die Gruppe als extremistisch ein. Schätzungen zufolge soll die Organisation inzwischen bis zu 20.000 Anhänger und Sympathisanten haben.

Kritiker werfen Trump immer wieder vor, sich nicht klar genug von rechtsextremen Gruppen abzugrenzen. Seine Weigerung beim TV-Duell gegen Joe Biden, dies eindeutig zu tun, sorgte auch für Kritik von mehreren führenden Republikanern.

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