Deutsche Bank in Frankfurt | Bildquelle: REUTERS

US-Präsident Trump Deals mit Deutscher Bank werfen Fragen auf

Stand: 21.02.2019 12:18 Uhr

Als Hausbank von US-Präsident Trump muss sich die Deutsche Bank vielen Fragen stellen. Der US-Kongress prüft auch den Verdacht, dass Russen für Trumps Kredite gebürgt haben könnten.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

"Ohne die Deutsche Bank hätte es Donald Trump vielleicht nie ins Weiße Haus geschafft." David Endrich hat schon viele Skandale über Deutschlands größtes Geldhaus recherchiert. Doch diesmal geht es dem Finanzfachmann der "New York Times" um ein Verhältnis, das auch den Kongress in Washington beschäftigt: Der US-Präsident und seine Hausbank.

Warum half die Deutsche Bank dem als windig bekannten Immobilienmogul auf dem Weg zur Präsidentschaft mit hohen Krediten - einem nach dem anderen?

Zwei Milliarden Dollar geliehen

In den 18 Jahren bis zu Trumps Präsidentschaft habe die Bank dem New Yorker Baulöwen, seinen Firmen und Familienmitgliedern rund zwei Milliarden Dollar geliehen, sagt Endrich. Und das, obwohl Trump bereits bei allen amerikanischen Banken verbrannt war. Nicht nur, weil er Kredite nicht bediente. Sondern, weil er auch noch feixend damit angab.

"Für die meisten Banken ist das ein rotes Tuch", weiß Endrich. "Für die Deutsche Bank war es das offenbar nicht."

Zusammenarbeit mit Trump ein Zufall?

Vielleicht, weil sie einfach darauf bedacht war, den Fuß auf amerikanischen Boden zu bekommen. Über einen Prominenten in Manhattan. Vielleicht auch aus Naivität. Vielleicht aber auch aus anderen Motiven. Das wiederum untersuchen zwei Komitees im demokratisch geführten Kongress. Die Vorsitzende des Finanzausschusses, Maxine Waters, hat die Deutsche Bank seit langem im Blick.

"Die Deutsche Bank hat enge Geschäftsbeziehungen zum Präsidenten. Sie hat mit ihm zusammengearbeitet und tut es noch immer - wo keine andere Bank das mehr gemacht hat."

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, geht noch einen Schritt weiter: "Sie haben eine Geschichte mit Geldwäsche in Russland. Haben schon Hunderte Millionen Dollar Strafe in New York gezahlt. Ist es also ein Zufall, dass sie mit Trump zusammenarbeiten?" 

Das Logo der Deutschen Bank spiegelt sich in einer Hochhausfassade in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa
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Der US-Präsident und seine Hausbank. Warum vergab die Deutsche Bank mehrere hohe Kredite an Donald Trump?

Welche Rolle spielt Russland?

Geldwäsche, Russland, der Wahlkampf des Präsidenten. Drei Teile in einem Puzzle, in dem auch die Deutsche Bank eine Rolle spielen könnte, so der Verdacht. "Die Millionen-Dollar Frage ist also: Steht Russland hinter den Geschäften zwischen Trump und seiner Hausbank?", sagt auch Finanzexperte Endrich. Denn offen ist vor allem, welche Sicherheiten Trump selber bei seinem größten Gläubiger hinterlegen konnte. Auf dem Papier zumindest nicht genug, betont der "New York Times"-Journalist.

"Was die Ermittler im Kongress befürchten, ist, dass die russische Regierung, eine russische Bank oder ein Oligarch mit Garantien gebürgt haben." Eine These. Doch wenn sie stimmt, ist das mindestens ein Interessenkonflikt. Der US-Präsident in den Händen der Deutschen Bank. Oder die Bank in den Händen des Kreditnehmers, der die Macht hat, sie zu regulieren.

Nach Informationen des Wirtschaftsdienstes Bloomberg denkt die Deutsche Bank bereits darüber nach, die Rückzahlungsfristen für Trumps Kredite bis nach einer möglichen zweiten Amtsperiode des Präsidenten zu verlängern. So käme die Bank im Zweifel nicht in die Gefahr, einen amtierenden Präsidenten zum Zahlen seiner Schulden zu drängen.

Die Ausschüsse im Kongress werden nun tiefer bohren. Endrich ist sich sicher: Die Deutsche Bank wird dort Rede und Antwort stehen müssen. Das Frankfurter Geldinstitut versicherte bereits mehrfach, dass es bereit zur Zusammenarbeit ist. Auf jeden Fall weiß der Autor und Bankexperte:

"Die Geschichte der Beziehung zwischen der Deutschen Bank und Donald Trump ist eine Geschichte, die noch nicht vollständig erzählt worden ist."

Russland, Wahlkampf, "Schwarzgeld-Trump" und die Kredite der Deutschen Bank
Antje Passenheim, ARD New York
21.02.2019 05:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Februar 2019 um 08:26 Uhr.

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