US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: AFP

Bericht über Cyberattacken Trump wirft "New York Times" Hochverrat vor

Stand: 16.06.2019 08:50 Uhr

Wieder einmal sorgt ein Artikel der "New York Times" für Gegenwehr von US-Präsident Trump. Er wirft der Zeitung Hochverrat vor, nachdem sie über mutmaßliche digitale Eingriffe ins russische Stromnetz berichtet hatte.

Ein weiteres Mal zieht US-Präsident Donald Trump verbal gegen die "New York Times" ins Feld. Der aktuelle Vorwurf: Die Zeitung habe einen "virtuellen Akt des Hochverrats" begangen, wie der Staatschef twitterte. Der Anlass: Ein am Samstag von der "New York Times" veröffentlichter Artikel über mutmaßliche digitale Eingriffe der USA in das russische Stromnetz.

In dem Artikel beziehen sich deren Verfasser auf namentlich nicht genannte Quellen. Nach Angaben der Journalisten hätten sie über drei Monate hinweg Interviews mit ihren Quellen geführt, in denen dargelegt worden sei, wie die US-Behörden mithilfe von Computercodes das russische Stromnetz und andere Ziele infiltriert hätten.

"Ihr werdet den Preis bezahlen"

Die digitalen Eingriffe seien Folgereaktionen auf Desinformationskampagnen und Hackerangriffe, die Russland aus Sicht der US-Regierung während der sogenannten Midterms im vergangenen Herbst verübt habe. Neben ihren anonymen Quellen zitierte die Zeitung auch den US-Sicherheitsberater John Bolton, der am Dienstag deutlich gemacht hatte, dass die USA digitale Angriffe als Teil ihrer Bemühungen ansehen würden, "Russland, oder allen anderen, die in Cyberattacken gegen uns involviert sind, zu sagen: 'Ihr werdet den Preis dafür bezahlen!'"

"Verzweifelt auf eine Geschichte aus"

Die Reaktion auf den Artikel aus dem Weißen Haus ließ nicht lange auf sich warten: Noch am selben Tag veröffentlichte Trump zwei Tweets. Im ersten tauchte der Vorwurf des "Hochverrats":

"Das ist ein virtueller Akt des Hochverrats einer einst großen Zeitung, die wohl verzweifelt auf eine große Geschichte aus ist, irgendeine Geschichte, auch wenn sie schlecht für unser Land ist."

Die Medien als Feindbild

Doch dabei beließ es Trump nicht, es folgte ein allgemeiner Rundumschlag gegen die Medienwelt: Medien seien korrupt und "sie tun oder schreiben was auch immer, ohne den geringsten Gedanken an Konsequenzen". Darum, so schrieb Trump weiter, seien sie "echte Feiglinge" und "die Feinde des Volkes".

Solche Angriffe gegen die Medien sind vonseiten des Präsidenten nicht neu. Schon im Wahlkampf erklärte Trump die Medien - allen voran etwa die "New York Times", CNN oder auch die "Washington Post" - zu Feinden der Politik und zu seinen persönlichen Gegnern. "Fake News" wurde zu einem Schlagwort in Pressekonferenzen und immer wieder warf Trump Journalisten Lügen und gezielte Schmutzkampagnen vor.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Juni 2019 um 13:00 Uhr.

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