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Betrugsvorwurf nach US-Wahl Trump kann es nicht lassen

Stand: 03.12.2020 10:07 Uhr

Vier Wochen ist die US-Wahl jetzt her, mehrfach wurde neu ausgezählt und Sieger bleibt Joe Biden. US-Präsident Trump sieht das aber noch immer anders. In einer Video-Ansprache wiederholt er seine Betrugsvorwürfe.

Der scheidende US-Präsident will seine Wahlniederlage einfach nicht eingestehen. Auch einen Monat nach der Wahl wehrt sich Donald Trump gegen die Tatsache, dass sein demokratischer Herausforderer Joe Biden ab dem 21. Januar ins Weiße Haus einziehen wird und er ausziehen muss. In einer 46-minütigen Videoansprache erneuerte der Republikaner seine Wahlbetrugsvorwürfe und forderte, die Ergebnisse in den Swing States zu annullieren.

Bisher hat Trump keine Beweise für Wahlbetrug vorlegen können. Neuauszählungen in mehreren Bundesstaaten bestätigten Bidens Sieg. Zahlreiche Richter kamen zu dem Schluss, es seien keine Anzeichen für Betrug zu finden gewesen, weder bei der Stimmabgabe noch bei der Auszählung. Selbst in seinem direkten Umfeld schwindet Trumps Unterstützung. Erst gestern erklärte Justizminister William Barr, dass er keinen Beleg für die Behauptungen des Präsidenten sehe.

"Was für eine Katastrophe diese Wahl war"

Allerdings berichtet die "New York Times" unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Weißen Hauses, das Video sei bereits in der vergangenen Woche aufgenommen worden. Warum es dann gestern erst veröffentlicht wurde, ist nicht bekannt. Trump leitete seine Ansprache mit den Worten ein: "Das ist vielleicht die wichtigste Rede, die ich je gehalten habe". Viel Neues sagte er aber nicht. Er warf den Demokraten wieder vor, die Wahl "von Anfang an manipuliert" zu haben und sprach erneut von "systematischem Wahlbetrug".

Während die Behörden die Wahl am 3. November als sicherste in der US-Geschichte bezeichnen, wird Trump nicht müde, dies anzuzweifeln. Er kündigte an, weiter juristisch gegen das Ergebnis vorzugehen - obwohl ihm kaum noch Möglichkeiten dafür bleiben. "Was für eine Katastrophe diese Wahl war", sagte er in der Ansprache. "Eine totale Katastrophe. Aber wir werden es aufzeigen. Und hoffentlich werden es die Gerichte sehen, besonders der Supreme Court der Vereinigten Staaten."

Weiter Zweifel an Ergebnissen der Swing States

Die Richter müssten das Richtige tun, forderte er, das Land könne mit so einer Wahl nicht leben. Er hätte kein Problem damit, eine Wahl zu verlieren, sagte Trump. Es müsse aber auf eine faire Weise geschehen. Noch einmal betonte er, dass in den besonders umkämpften Staaten Millionen illegale Stimmen abgegeben worden seien. "Und wenn das der Fall ist, müssen die Ergebnisse der einzelnen Swing States gekippt werden, und zwar sofort." Diese Staaten hatte Biden für sich entscheiden können. Trump behauptet aber noch immer, er habe sie gewonnen. In der Wahlnacht hatte er in einigen Bundesstaaten zunächst in Führung gelegen, seinen Vorsprung aber nach und nach eingebüßt.

Die sozialen Medien versahen das Video mit Hinweisen. Auf Facebook hieß es: "Wahlbetrug ist, unabhängig von der Art der Stimmabgabe, extrem selten". Und Twitter schrieb unter die Rede-Auszüge auf Trumps Account: "Diese Behauptung über Wahlbetrug ist umstritten".

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 03. Dezember 2020 um 09:38 Uhr.

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