US-Präsident Donald Trump bei seinem Wahlkampfauftritt in Tulsa, Oklahoma. | Bildquelle: REUTERS

US-Wahlkampf Trump sagt Auftritt in New Hampshire ab

Stand: 10.07.2020 19:35 Uhr

Die Corona-Pandemie ist für US-Präsident Trump noch lange kein Grund, auf Großveranstaltungen für seinen Wahlkampf zu verzichten. Ein Tropensturm schon: Ein für Samstag angesetzter Auftritt wird deswegen verschoben.

Es sollte der nächste große Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump werden: Auf dem Flughafen von Portsmouth im Bundesstaat New Hampshire wollte er sich am Samstag feiern lassen. Unter freiem Himmel - um das Risiko der Ansteckung mit dem Coronavirus wenigstens etwas zu reduzieren. Nun wurde die Veranstaltung verschoben. Als Grund nannte seine Kampagne einen heranziehenden Tropensturm.

"Fay" sollte am Freitag vom Atlantik kommend im Bundesstaat New Jersey auf Land treffen und dann in etwa parallel zur Küste nach Norden ziehen. Damit war am Samstag auch in Teilen New Hampshires mit starken Winden und heftigem Regen zu rechnen. Trumps Auftritt soll daher um eine oder zwei Wochen verschoben werden, sagte eine Sprecherin seines Teams.

Anstieg der Infektionen in Tulsa

Es wäre Trumps erste Wahlkampfveranstaltung seit einem Auftritt in Tulsa (Bundesstaat Oklahoma) am 20. Juni, der zu einem Debakel wurde. Seine Berater verbrachten Wochen damit, herauszufinden, was falsch lief, als bei der angekündigten Rückkehr auf die politische Bühne viele Sitze leer blieben. Die Veranstaltung stieß zudem auf massive Kritik, weil in den USA die Corona-Infektionszahlen kontinuierlich steigen. In Tulsa war der Präsident vor Tausenden Anhängern in einer Arena aufgetreten, die wenigsten Menschen trugen Schutzmasken. In der Folge wurde in der Stadt ein deutlicher Anstieg der Infektionszahlen festgestellt.

Bei der Anmeldung zur Veranstaltung in New Hampshire mussten alle Gäste zustimmen, dass sie "freiwillig alle Risiken" übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten. Teilnehmer würden "stark ermuntert", bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

US-Präsident Trump beim Wahlkampf in Tulsa, Oklahoma | Bildquelle: REUTERS
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Nach dreieinhalbmonatiger Unterbrechung hatte Trump im Juni seinen Wahlkampf wieder aufgenommen. Nur wenige Teilnehmer trugen in der Halle in Tulsa eine Maske.

Höchste Corona-Zahlen weltweit

Trump liegt weniger als vier Monate vor der Präsidentschaftswahl vom 3. November in Umfragen hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Er setzt auf Großveranstaltungen, um seine Anhänger zu mobilisieren. Am Freitag besuchte Trump Florida, unter anderem um Wahlkampfspenden zu sammeln. Der Bundesstaat im Südosten der USA hat wie eine Reihe weiterer Bundesstaaten zuletzt einen dramatischen Anstieg von Coronavirus-Infektionen verzeichnet. 

In den USA wurden inzwischen bereits mehr als 3,1 Millionen Infektionen und mehr als 133.000 Tote bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen weltweit. Laut einer neuen Umfrage bescheinigen 67 Prozent der US-Bürger dem Präsidenten ein schlechtes Corona-Krisenmanagement.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Juli 2020 um 02:00 Uhr in den Nachrichten.

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