Der ehemalige Wahlkampfberater von Trump, George Papadopoulos, verlässt mit seiner Frau ein Gebäude in Washington. | Bildquelle: REUTERS

Ex-Wahlkampfberater von Trump Papadopoulos wegen Falschaussage im Gefängnis

Stand: 08.09.2018 00:44 Uhr

Das erste Urteil im Zuge der Russland-Ermittlungen in den USA ist gesprochen: Ein Ex-Wahlkampfberater von US-Präsident Trump muss zwei Wochen Haft antreten, weil er das FBI angelogen hat.

Der frühere Berater des damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, George Papadopoulos, kommt wegen einer Falschaussage zu Russland-Verwicklungen mit einer geringen Strafe davon. Ein Gericht in Washington verurteilte den 31-Jährigen zu einer Haftstrafe von 14 Tagen.

Darüber hinaus muss Papadopoulos eine Geldstrafe von 9500 Dollar zahlen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Gericht verhängte überdies eine einjährige Bewährungsstrafe. Papadopoulos habe in "einer Ermittlung von großer Bedeutung für die nationale Sicherheit" die Unwahrheit gesagt, so der Richter.

Trump distanzierte sicht von Papadopoulos

Papadopoulos hatte zugegeben, das FBI über seine Russland-Kontakte belogen zu haben. Er hatte während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 versucht, ein Treffen zwischen Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin zu arrangieren und traf sich mit Informanten, die Kontakte zum russischen Geheimdienst gehabt haben sollen.

Das Verhalten des ehemaligen Wahlkampfberaters hatte die US-Bundespolizei FBI veranlasst, eine Untersuchung zu möglichen Russland-Kontakten des Trump-Teams zu starten. Inzwischen geht auch Sonderermittler Robert Mueller diesem Verdacht nach.

Trump hatte sich von Papadopoulos distanziert und gesagt, dieser sei im Wahlkampf nur "ein Freiwilliger auf einem unteren Level" gewesen.

Informationen im Trinkgelage ausgeplaudert

Nach Berichten von US-Medien hatte Papadopoulos durch Äußerungen im Mai 2016 die Russland-Ermittlungen überhaupt erst ausgelöst: Demnach plauderte der junge Berater damals bei einem Trinkgelage mit einem australischen Diplomaten in der britischen Hauptstadt London aus, dass Russland belastende Informationen über Clinton in Form von E-Mails besitze. Als dann zwei Monate später gehackte E-Mails des demokratischen Parteivorstandes von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht wurden, hätten australische Beamte das FBI über diese Äußerungen unterrichtet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. September 2018 um 00:58 Uhr.

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