Das WHO-Hauptquartier in Genf. | Bildquelle: REUTERS

Entscheidung von Präsident Trump USA beenden Zusammenarbeit mit WHO

Stand: 29.05.2020 21:35 Uhr

Die USA brechen ihre Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab. Begründet wird das mit dem Verhalten der WHO während des Beginns der Corona-Pandemie. Der Schritt erfolgt schneller als von Trump eigentlich angedroht.

Schon lange kritisiert US-Präsident Donald Trump die WHO. Er hält sie für eine "Marionette" Chinas und macht sie für die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich. Nun verkündet Trump einen drastischen Schritt - mitten in der Corona-Krise hat er ein Ende der Zusammenarbeit seines Landes mit der Weltgesundheitsorganisation WHO verkündet.

"Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden", sagte Trump bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus. Die von den USA der WHO bisher gestellten Finanzmittel würden anderen globalen Gesundheitsprojekten zur Verfügung gestellt, die dies verdienten.

Vorwurf der Chinahörigkeit

Trump warf der WHO erneut vor, unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen, obwohl die USA ein Vielfaches der Beiträge Chinas bezahlten. Die UN-Sonderorganisation habe sich notwendigen Reformen verschlossen. Die chinesische Regierung beschuldigte der US-Präsident, die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Das habe zu der Corona-Pandemie geführt, die inzwischen mehr als 100.000 Menschen in den USA das Leben gekostet hat.

Trump hatte der WHO erst in der vergangenen Woche mit einem Austritt gedroht und der Organisation eine Frist von 30 Tagen für "wesentliche Verbesserungen" gesetzt. Anlässlich der WHO-Jahrestagung hatte er gedroht, andernfalls werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA überdenken. Dagegen sprachen die 194 Mitgliedsländer der WHO der Organisation auf der Jahrestagung in Genf ihr Vertrauen aus.

In der Corona-Krise ist der US-Präsident selbst schwer unter Druck geraten. Der Republikaner hatte die Gefahr des Coronavirus öffentlich lange heruntergespielt. Ein Vorwurf, den er gegen die WHO erhebt, wird auch gegen ihn gerichtet: China Ende Januar noch für die Transparenz im Zusammenhang mit dem Ausbruch gelobt zu haben.

In einem Tweet vom 24. Januar hatte Trump geschrieben: "China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten wissen ihre Anstrengungen und Transparenz zu schätzen." Inzwischen wirft Trump China einen Mangel an Transparenz vor.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 29. Mai 2020 um 21:45 Uhr.

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