Donald Trump | Bildquelle: dpa

Handelsstreit mit EU Trump schlägt Verzicht auf alle Zölle vor

Stand: 25.07.2018 13:15 Uhr

US-Präsident Trump hat der Europäischen Union erneut einen Verzicht auf alle Zölle vorgeschlagen. Wirtschaftsforscher begrüßen den Vorschlag - und fordern die EU auf, den Präsidenten beim Wort zu nehmen.

US-Präsident Donald Trump will der Europäischen Union einen bilateralen Verzicht auf alle Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen vorschlagen. "Dies würde man dann endlich als freien Markt und freien Handel bezeichnen!", twitterte Trump. Zugleich ließ er Zweifel durchblicken, dass die Europäer auf seine Idee eingehen würden. Die USA seien jedenfalls bereit zum Verzicht - "aber die nicht!", schrieb er.

Die Idee eines völlig zollfreien Handels hatte Trump schon früher ins Spiel gebracht. Am selben Tag hatte Trump getwittert, dass Handelspartner einen fairen Deal mit den USA aushandeln oder ansonsten Sonderzölle zahlen müssten. Auch US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte zuletzt beim G20-Treffen der Finanzminister den Europäern Gespräche angeboten: "Wenn Europa an den Freihandel glaubt, sind wir bereit, ein Freihandelsabkommen zu unterzeichnen."

DIW plädiert für Freihandel

DIW-Chef Marcel Fratzscher sprach sich vor dem Spitzentreffen von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker mit US-Präsident Donald Trump für ein transatlantisches Freihandelsabkommen aus. "Ich habe die Hoffnung, dass US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker sich auf eine große Freihandelszone einigen werden", sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). "Hiervon würden alle profitieren, die USA genauso wie die EU." Deutschland wäre mit der größte Gewinner, denn das deutsche Wirtschaftsmodell hänge wie kein anderes von Freihandel und von offenen Grenzen ab.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher | Bildquelle: dpa
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DIW-Chef Marcel Fratzscher spricht sich für ein transatlantisches Freihandelsabkommen aus.

Ifo: Angebot annehmen

Das Münchener Ifo-Institut hatte bereits zu Wochenbeginn die Europäer aufgefordert, das US-Angebot für Verhandlungen über eine Freihandelszone der großen Industrieländer anzunehmen. Ifo-Handelsexperte Gabriel Felbermayr sagte: "Die EU-Spitzen Juncker und Tusk sollten bei ihrem Treffen mit US-Präsident Trump die Beleidigungen der letzten Tage vergessen und die Aufnahme von ernsthaften Verhandlungen anbieten."

EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger schlug vor, noch in diesem Jahr mit Verhandlungen über eine umfassendere Aufhebung und Senkung von Zöllen zu beginnen. "Wir wollen damit eine weitere Eskalierung im Handelsstreit, einen Handelskrieg vermeiden", sagte er im Deutschlandfunk. "Man könnte versuchen, das Paket für die bestehenden Zölle aufzuschnüren und dann (...) die Zölle für verschiedene Waren und Produkte zu senken." Solche Verhandlungen seien schon in einem halben Jahr möglich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Juli 2018 um 14:00 Uhr.

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