Soldaten der US-Streitkräfte betanken in der Clausewitz-Kaserne ihren Laster. | Bildquelle: dpa

Verteidigungspolitik US-Truppenabzug aus Deutschland?

Stand: 30.06.2018 07:33 Uhr

Etwa 35.000 US-Soldaten sind in Deutschland stationiert. Laut einem Medienbericht lässt US-Präsident Trump nun einen Abzug der Truppen prüfen. Doch das Pentagon dementiert solche Überlegungen.

Das US-Verteidigungsministerium prüft einen Abzug der in Deutschland stationierten US-Soldaten. Das berichtet die "Washington Post". Zu den erwogenen Optionen gehöre eine Rückkehr eines Großteils der rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten in die USA oder die Verlegung des gesamten oder eines Teils des Kontingents nach Polen.

Dem Bericht zufolge hatte US-Präsident Donald Trump die Idee eines Truppenabzugs zuvor bei einem Treffen mit Militärberatern und Vertretern des Weißen Hauses aufgebracht. Die europäischen NATO-Mitglieder seien beunruhigt über den Vorgang und versuchten zu klären, ob Trump es ernst meine oder die Drohung mit einer Truppen-Neustrukturierung eine Verhandlungstaktik im Vorfeld des NATO-Gipfels im Juli sei. Laut "Washington Post" handelt es sich bislang lediglich um eine interne Studie des Pentagons.

Pentagon dementiert Abzugspläne

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats dementierte, eine Analyse zu einem möglichen Truppenabzug aus Deutschland angefordert zu haben. Pentagon-Sprecher Eric Pahon dementierte seinerseits einen geplanten Abzug. Gleichzeitig erklärte er aber, die Stationierung von US-Truppen im Ausland werde regelmäßig überprüft sowie einer "Kosten-Nutzen-Rechnungen" unterzogen. Die USA seien Deutschland und der NATO weiterhin verpflichtet, sagte Pahon.

Trump hatte die NATO allerdings in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert und unter anderem als "überflüssig" bezeichnet. In einem Brief an acht europäische Mitglieder des Militärbündnisses forderte er diese zu höheren Verteidigungsausgaben auf.

Wiederholt hatte der US-Präsident diejenigen Staaten kritisiert, die eine 2014 getroffene Vereinbarung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verfehlen drohen. In Deutschland sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs US-Soldaten stationiert. Es handelt sich um das größte Kontingent außerhalb der USA. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juni 2018 um 08:00 Uhr.

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