Türkische Soldaten in Idlib | Bildquelle: AP

Offensive in Idlib Türkei greift erneut syrische Ziele an

Stand: 01.03.2020 13:11 Uhr

Die türkische Armee hat ihre Angriffe auf die syrische Armee fortgesetzt. Nach Angaben von Außenminister Akar wurden dabei mehr als 2000 syrische Soldaten "außer Gefecht gesetzt". Syrien sperrte den Luftraum über der Region Idlib.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben eine Militäroffensive gegen die syrische Armee gestartet. Nach den Luftangriffen auf türkische Soldaten in der nordwestsyrischen Provinz Idlib am Donnerstag sei die Operation "Frühlingsschild" erfolgreich im Gange, teilte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge mit.

Die Türkei habe bislang unter anderem eine Drohne der syrischen Regierung, acht Helikopter und 103 Panzer der syrischen Regierung zerstört, sagte Akar. Zudem seien mehr als 2000 syrische Soldaten "außer Gefecht gesetzt worden". Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte am Samstagabend bereits von mehr als 70 syrischen Soldaten gesprochen, die durch türkische Angriffe getötet worden seien.

Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar | Bildquelle: AP
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Akar betonte, sein Land wolle keine Konfrontation mit Russland.

"Jedes Flugzeug wird abgeschossen"

Die syrische Regierung sperrte den Luftraum im Nordwesten des Landes. Flugzeuge und Drohnen dürften insbesondere über Idlib nicht mehr fliegen, teilte die syrische Armee einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge mit. "Jedes Flugzeug, das unseren Luftraum verletzt, wird als feindlich eingestuft und abgeschossen."

Der Schritt folgte kurz nach dem mutmaßlichen Abschuss eines Kampfflugzeugs der syrischen Regierung. Von der Türkei unterstütze Rebellen erklärten, den Jet abgeschossen zu haben. Die syrische Armee bestritt dies und erklärte, statt des Flugzeugs sei eine türkische Drohne abgeschossen worden.

Am Donnerstagabend waren durch Angriffe der syrischen Regierung in der Provinz Idlib mindestens 33 türkische Soldaten getötet worden. Die Türkei hatte am Samstag massive Vergeltungsangriffe auf syrische Truppen gestartet. Aktivisten zufolge wurden dabei mehr als 70 Soldaten der syrischen Regierung getötet.

Appelle an Russland

Akar betonte, die Türkei habe kein Interesse an einem Konflikt mit Syriens Verbündetem Russland. Sie wolle vielmehr das "Massaker" der syrischen Regierung beenden und eine neue Migrationswelle verhindern. Er appellierte erneut an Russland, auf die syrische Regierung einzuwirken, damit diese die Angriffe einstelle.

Moskau unterstützt Syriens Machthaber Baschar al-Assad militärisch. Assad führt seit Ende vergangenen Jahres zusammen mit Russland eine Offensive in der letzten Hochburg der Assad-Gegner in Idlib. Dort sind vor allem islamistische und dschihadistische Milizen aktiv, die teils von der Türkei unterstützt werden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt scharfe Warnungen an Russland und Syrien gerichtet. In einem Telefonat mit Kreml-Chef Wladimir Putin am Freitag sagte er nach eigenen Angaben, Russland solle der Türkei in Syrien "aus dem Weg" gehen. Er drohte außerdem Syrien, dass es den "Preis zahlen" werde für den Tod der türkischen Soldaten.

Syrische Medien: Türkei schießt zwei syrische Kampfjets ab
Björn Blaschke, ARD Kairo
01.03.2020 14:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. März 2020 um 13:00 Uhr.

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