Polizisten in der Türkei, Archivbild | Bildquelle: AP

Türkei Dutzende mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftiert

Stand: 26.06.2018 15:55 Uhr

Nach der Präsidentenwahl geht die türkische Führung weiter gegen mutmaßliche Gülen-Unterstützer vor. Sie stellte Haftbefehle gegen 138 Soldaten und ehemalige Polizisten aus.

Nur zwei Tage nach den Parlaments- und Präsidentenwahlen in der Türkei gehen die Behörden hart gegen angebliche Unterstützer der Gülen-Bewegung in Militär und Polizei vor. Insgesamt wurde die Festnahme von 138 Soldaten und ehemaligen Polizisten angeordnet, die mutmaßlich Verbindungen zur Bewegung des Predigers haben sollen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. 66 von ihnen seien bereits in Gewahrsam genommen worden.

Mitglieder der Marine und Küstenwache

Bei den Verdächtigen handele es sich um teilweise aktive Soldaten der Marine, Mitarbeiter der Küstenwache und der Gendarmerie sowie um ehemalige Polizisten. Die türkische Regierung macht die Bewegung um den in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Unter dem von Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgerufenen Ausnahmezustand wurden etwa 50.000 Menschen verhaftet, mehr als 110.000 wurden aus dem öffentlichen Dienst und dem Militär entlassen.

Erdogan hatte die Präsidentenwahl am Sonntag nach vorläufigen Ergebnissen 52,59 Prozent gewonnen. Die Allianz aus Erdogans islamisch-konservativer AKP und ultranationalistischer MHP erhielt bei den Parlamentswahlen eine absolute Mehrheit. Kurz vor den Wahlen hatte Erdogan in Aussicht gestellt, den am 19. Juli auslaufenden Ausnahmezustand nicht zu verlängern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Juni 2018 um 17:00 Uhr.

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