Zahlreiche Krankenwagen stehen am Ort des Anschlags in Tunis. | Bildquelle: AFP

Terror in Tunesien Selbstmordanschlag im Zentrum von Tunis

Stand: 29.10.2018 16:42 Uhr

Rückkehr des Terrors in Tunesien: Eine Frau hat sich im Zentrum von Tunis in die Luft gesprengt. Neun Menschen wurden verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat mit neuen Reisehinweisen reagiert.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis ist es zu einer schweren Explosion gekommen. Eine Frau habe sich an der Avenue Bourguiba vor dem Städtischen Theater in die Luft gesprengt, berichtete die tunesische Nachrichtenagentur Tap unter Berufung auf das Innenministerium. Dabei seien neun Menschen verletzt worden.

Bis auf eine Ausnahme handle es sich bei allen Verletzten um Polizisten, sagte Ministeriumssprecher Sofiène Zaag der Nachrichtenagentur AFP.

Die zentrale Prachtstraße, an der sich das Innenministerium und mehrere internationale Hotels befinden, wurde abgesperrt. Zahlreiche Krankenwagen waren vor Ort.

Neue Reisehinweise aus Berlin

Das Auswärtige Amt in Berlin aktualisierte nach dem Anschlag seine Sicherheitshinweise für Tunesien-Reisende. Demnach ist "mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen" zu rechnen. Reisende sollten "besondere Vorsicht walten lassen, den Bereich weiträumig meiden und Anweisungen der Sicherheitskräfte befolgen".

Es ist der erste Anschlag in der tunesischen Hauptstadt seit drei Jahren. Im November 2015 wurden bei einem Anschlag auf einen Bus der Präsidentengarde zwölf Menschen und der Attentäter getötet. Zuvor hatte es im gleichen Jahr einen Anschlag an einem Touristenstrand in Sousse und im bei Touristen beliebten Bardo-Museum in Tunis gegeben. Dabei starben knapp 60 Menschen.

Ausnahmezustand verlängert

Die Anschläge haben Tunesiens äußerst wichtigen Tourismussektor hart getroffen. Trotz von der Regierung propagierter Fortschritte im Kampf gegen den Terrorismus gilt seit der Attacke von 2015 der Ausnahmezustand in dem nordafrikanischen Land. Der Ausnahmezustand wurde Anfang Oktober erneut um einen Monat verlängert.

Für 2019 sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Tunesien angesetzt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Oktober 2018 um 15:30 Uhr.

Darstellung: