Netanyahu beim Sultan von Oman | Bildquelle: dpa

Israel und die Emirate Langsame Annäherung

Stand: 14.08.2020 01:13 Uhr

Die Beziehung zwischen Israel und den Golfstaaten ist bereits in den vergangenen Jahren enger geworden. Nach und nach haben sich inoffizielle Verbindungen etabliert. Das liegt auch an einem gemeinsamen Feind. 

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Seit Jahren schon gibt es Kontakte zwischen einigen Golfstaaten und Israel, meist im Geheimen. Was sie einander näher bringt, ist der Iran. Die Golf-Araber empfinden das Auftreten des Iran in der Region als aggressiv und bedrohlich - eine Einschätzung, die sie mit den Israelis teilen.

Bereits vor rund zehn Jahren warnte Mohammed bin Zayed, Kronprinz von Abu Dhabi, vor einer "Appeasement-Politik" gegenüber dem Iran. Über den damaligen iranischen Präsidenten sagte Mohammed: "Ahmadinedschad ist Hitler".

Überraschendes Abkommen zwischen Israel und den Emiraten
Tagesthemen 22:15 Uhr, 13.08.2020, Markus Rosch, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Ohne Anerkennung Israels keine internationale Akzeptanz

Seit einiger Zeit geben sich einige Golfstaaten immer weniger Mühe, die Annäherung an Israel unter der Decke zu halten. So reiste die israelische Sportministerin Miri Regev gemeinsam mit israelischen Athleten im Oktober vor zwei Jahren zum "Abu Dhabi Grand Slam", ganz offiziell. Als der israelische Judoka Sagi Muki bei dem Turnier Gold holte, gab es bei der Siegerehrung einen historischen Moment: "HaTikva", "die Hoffnung", die israelische Nationalhymne, wohl erstmals zu hören in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Für die Golf-Araber war und ist es stets ein Dilemma: Einerseits erkennen sie den Staat Israel offiziell nicht an. Andererseits möchten Städte wie Dubai, Doha und Abu Dhabi globale Drehkreuze sein. Man will große Sportturniere ausrichten und Sitz internationaler Organisationen werden. Aber das klappt letztlich nur, wenn die Gastländer auch Israel akzeptieren.

Der Präsident des Ring-, Judo- und Kickboxverbandes der Emirate, Mohamed Bin Tha'loob Al Derai, und die israelische Sportministerin Miri Regev beim "Abu Dhabi Grand Slam" 2018 | Bildquelle: AP
galerie

Die damalige israelische Sportministerin Regev besuchte mit einer Delegation von Judoka 2018 den Abu Dhabi Grand Slam.

Inoffizielle diplomatische Beziehungen

Im Oktober 2018 sprach Yousuf bin Alawi bin Abdullah, der Außenminister des Oman, etwas aus, das wie eine Selbstverständlichkeit klang, aber keine war: "Israel ist ein Staat in dieser Region, und wir alle verstehen das. Auch die Welt ist sich dessen bewusst. Und vielleicht ist es jetzt an der Zeit, dass Israel wie alle anderen (Staaten) auch behandelt wird - und auch dieselben Verpflichtungen trägt."

Bin Abdullah äußerte sich auf einer internationalen Sicherheitskonferenz in Bahrain. Einen Tag zuvor war der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu von einem Besuch in Maskat, der Hauptstadt des Oman, zurückgekehrt. Dort hatte ihn der damalige Sultan Qabus empfangen, Netanyahu blieb sogar über Nacht. Es war der erste Besuch eines israelischen Regierungschefs im Oman seit 22 Jahren.

Längst ist es nicht mehr völlig ausgeschlossen, in einem Golfstaat auf einen Israeli zu treffen. So unterhielt Israel mehrere Jahre lang Handelsbüros in Katar und im Oman. In Abu Dhabi gibt es eine diplomatische Vertretung Israels bei der "Internationalen Organisation für erneuerbare Energien", kurz IRENA, die dort ansässig ist. Und bei der ins kommende Jahr verschobenen Weltausstellung "Expo2020" in Dubai wird es auch einen israelischen Pavillon geben - das war schon vor der gestern verkündeten Einigung klar.

Israelische Spionagesoftware beliebt am Golf

Allerdings machten einige Kontakte zwischen Golf-Arabern und Israelis auch unangenehme Schlagzeilen. So hatten die Saudis die Software, mit der sie das Handy des später getöteten Journalisten Jamal Khashoggi ausspionierten, von der israelischen Firma NSO Group gekauft. Die Vereinigten Arabischen Emirate setzten dieses Programm gegen den emiratischen Menschenrechtler Ahmed Mansoor ein.

Und das System "Falcon Eye", das vor vier Jahren in den Emiraten installiert wurde, um den öffentlichen Raum dort vollständig zu überwachen, bestellte Abu Dhabi bei der Firma des ehemaligen israelischen Geheimdienstlers Mati Kochavi. Einige Jahre zuvor hatte Kochavi bereits den Auftrag erhalten, ein Sicherheitssystem zum Schutz der Öl- und Gasförderanlagen in Abu Dhabi einzurichten.

Die Annäherung zwischen Golf-Staaten und Israel
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
13.08.2020 23:43 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete am 14. August 2020 die tagesschau um 04:57 Uhr und Deutschlandfunk um 06:23 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

Darstellung: