Roboter-Testwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber,  der eine Fußgängerin in Tempe/Arizona angefahren und getötet hatte.  | Bildquelle: dpa

Tödlicher Unfall mit Roboterauto Uber nicht haftbar - Fahrerin droht Anklage

Stand: 06.03.2019 15:52 Uhr

Das autonom fahrende Uber-Auto hatte vor einem Jahr in Tempe im US-Staat Arizona eine Frau erfasst und getötet. Uber muss keine Strafverfolgung befürchten, gegen die Fahrerin soll aber ermittelt werden.

Uber muss wegen des ersten tödlichen Unfalls mit einem Roboterauto vor rund einem Jahr im US-Bundesstaat Arizona nicht mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. US-Staatsanwälte fanden bei langwierigen Untersuchungen keine Grundlage, um den Fahrdienstvermittler zu belangen. Die Polizei hatte Uber in einer ersten Aussage vorerst entlastet, doch später veröffentlichte sie Videobilder, die Fragen nach einem Versagen der Technik und mangelnder Aufmerksamkeit der Sicherheitsfahrerin aufwerfen.

Gegen die Sicherheitsfahrerin, die während des Unfalls am Steuer saß, soll es aber weitere Ermittlungen geben, hieß es in einem Brief der lokalen Staatsanwaltschaft des Yavapai County. Bei dem Unfall in der Stadt Tempe hatte der vom Computer gesteuerte Uber-Wagen bei einer abendlichen Testfahrt eine Frau erfasst und getötet. Sie hatte ein Fahrrad, an dem mehrere Plastiktüten hingen, neben sich hergeschoben und wollte die mehrspurige Straße überqueren.

Fahrerin sah nebenbei Show "The Voice"

Laut einem Zwischenbericht von Unfallermittlern der US-Behörde NTSB hatte die Software des Uber-Autos Probleme, zu erkennen, was sie sah. Der Wagen bremste nicht, auch die Sicherheitsfahrerin reagierte erst, als es zu spät war. Auf Videos ist zu sehen, wie sie kurz vor dem Unfall am Armaturenbrett entlang schaut. Nach Angaben der Polizei lief auf ihrem Smartphone eine Episode des Castingshow "The Voice". Der Frau droht eine Anklage wegen Totschlags.

Testfahrten nur mit einem Fahrer

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Entscheidung zunächst nicht näher begründet. Uber hatte bei dem umgebauten Volvo-SUV den installierten Notbrems-Assistenten abgeschaltet. Das Unternehmen hatte zuvor auch beschlossen, die Testfahrten nur noch mit einem Menschen statt wie zuvor mit zwei Menschen durchzuführen.

Der Unfall im März 2018 sorgte - wie auch Unfälle von Tesla-Autos im Autopilot-Modus - für Zweifel an der Technik des autonomen Fahrens. Uber setzte die Testfahrten nach dem Vorfall zeitweise aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2018 um 20:30 Uhr.

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