Eine Frau, die vor dem Konflikt in der äthiopischen Region Tigray geflohen ist, trägt Wasser auf ihrem Rücken n einem Flüchtlingslager im Ostsudan | Bildquelle: dpa

UN-Bericht Extreme Armut nimmt wegen Corona zu

Stand: 01.12.2020 10:31 Uhr

Die Vereinten Nationen warnen vor einem drastischen Anstieg extremer Armut infolge der Pandemie. "Die Krise ist noch lange nicht vorbei", sagte UN-Generalsekretär Guterres. Die Mittel für humanitäre Hilfen stünden vor großen Engpässen.

Die Corona-Pandemie führt einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) zufolge weltweit zu einem drastischen Anstieg extremer Armut. 235 Millionen Menschen werden 2021 Hilfe benötigen, um Zugang zu Nahrung, Wasser und sanitäre Einrichtungen zu bekommen, wie die UN in ihrem "Global Humanitarian Overview 2021" berichtete. Das sei ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zu diesem Jahr.

Besonders betroffen seien Syrien, Jemen, Afghanistan, die Demokratische Republik Kongo und Äthiopien. "Die Krise ist noch lange nicht vorbei", sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Die Mittel für humanitäre Hilfe stehen vor großen Engpässen, da sich die Auswirkungen der globalen Pandemie weiter verschlimmern."

35 Milliarden Dollar benötigt

Als extrem arm gilt, wer mit 1,90 Dollar pro Tag oder weniger auskommen muss. Die Länder stellten in diesem Jahr den Rekordbetrag von 17 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe zur Verfügung. Damit könnten 70 Prozent der betroffenen Menschen erreicht werden, was einem Anstieg von sechs Prozent im Vergleich zu 2019 entspreche.

Die UN betonten jedoch, dass sie weniger als die Hälfte der eigentlich benötigten 35 Milliarden Dollar aufgebracht haben. Diese Summe werde benötigt, um Hungersnot abzuwehren, Armut zu bekämpfen und Kinder in der Schule zu halten. Die UN forderten die reichen Länder dazu auf, mehr Geld bereitzustellen.

UN: Corona-Pandemie verschlechtert humanitäre Lage weltweit
Dietrich Karl Mäurer, ARD Zürich
01.12.2020 07:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Dezember 2020 um 10:29 Uhr.

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