Ein Kind wird auf den Philippinen gegen Masern geimpft. | Bildquelle: dpa

Ausbreitung der Masern UNICEF warnt vor Impf-Lücken

Stand: 25.04.2019 03:53 Uhr

Im ersten Quartal dieses Jahres wurden viermal so viele Masernfälle wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres gemeldet, berichtet UNICEF. Der Boden für diesen Ausbruch wurde laut Kinderhilfswerk schon vor Jahren gelegt.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Henrietta Fore ist angesichts der jüngsten Masernausbrüche beispielsweise in New York nicht überrascht. Der Boden dafür sei schon vor Jahren bereitet worden, sagt die Chefin des Kinderhilfswerkes. UNICEF schätzt, dass in den Jahren von 2010 bis 2017 insgesamt 169 Millionen Kinder die erste Dosis der zweiteiligen Impfung nicht erhalten haben. Das entspricht mehr als dem Doppelten der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Jahr für Jahr seien so im Schnitt mehr als 20 Millionen Kinder ohne Impfschutz gewesen.

Das Masern-Virus, so beschreibt es Fore, finde aber immer seinen Weg zu ungeimpften Kindern. Wolle man die Krankheit wirklich ausmerzen - die USA hatten das schon einmal im Jahr 2000 erklärt - müsse man jedes Kind in reichen wie in armen Ländern impfen. Die USA beispielsweise führen die Liste der reichen Länder an, in denen besonders viele Kinder diesen Schutz nicht haben, über 2,5 Millionen. Deutschland erreicht mit 168.000 ungeimpften Kindern Platz 8 der Liste. Als "kritisch" beschreibt UNICEF die Lage in Ländern mittleren Einkommens wie etwa Nigeria oder Indien.

Impfskeptizismus ein Grund

Allein im ersten Quartal dieses Jahres habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 110.000 Masernfälle weltweit registriert. Das sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung um das Vierfache. Die Gründe seien vielfältig: von schlechten Gesundheitssystemen bis hin zu Impfskeptizismus. Masern seien einfach zu ansteckend, warnt Fore. Die Weltgesundheitsorganisation empfehle deshalb eine Impfrate von 95 Prozent, um die Ausbreitung zu stoppen.

Warnung vor der Impf-Lücke – UNICEF besorgt angesichts der Masern
Kai Clement, ARD New York
25.04.2019 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. April 2019 um 04:00 Uhr.

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