Arbeiter auf einem Feld bei Pjöngjang

UN-Sonderberichterstatter Elf Millionen Nordkoreaner unterernährt

Stand: 23.10.2019 09:28 Uhr

In Nordkorea leiden elf Millionen Menschen an Unterernährung. Der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Nordkorea, Quintana warnte: viele Kinder hätten nicht genug zu essen.

Der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Nordkorea, Tomas Ojea Quintano, schlägt Alarm. Fast die Hälfte der 25 Millionen Menschen in dem ostasiatischen Land leiden an Unterernährung. Vor dem Menschenrechtskomitee der UN-Vollversammlung sagte Quintana, elf Millionen Nordkoreaner hätten nicht genug zu essen. 140.000 Kinder seien unterernährt, 30.000 von ihnen hätten ein "erhöhtes Todesrisiko".

"Nordkoreanische Regierung verantwortlich"

Die Hauptverantwortung trage die nordkoreanische Führung, so Quintana. Eigentlich müsste sie das Recht auf Nahrung gewährleisten, komme ihrer Pflicht wegen einer fehlerhaften Agrar- und Wirtschaftspolitik aber nicht nach. Verschärft werde der Lebensmittelmangel durch "Klimaverhältnisse, unfruchtbares Land, Naturkatastrophen und die negativen Auswirkungen der internationalen Sanktionen gegen Nordkorea." Sie waren unter anderem wegen Waffentests und der Atompolitik Pjöngjangs verhängt worden.

2018 schlechteste Ernte seit zehn Jahren

Bereits 2018 hatte Nordkorea die schlechteste Ernte seit zehn Jahren eingefahren. Schon damals warnten die Vereinten Nationen, dass sich die Situation verschlimmern könnte. Laut UN kürzte die nordkoreanische Regierung die Tagesrationen für seine Bürger wegen der Ernteausfälle auf 300 Gramm. Der Welthungerhilfe zufolge handelt es sich dabei um Mais, Getreide und Kartoffeln, die in staatlichen Verteilstellen ausgegeben werden.

Kritik an Führung in Pjöngjang

In Nordkorea leben mehr als 25 Millionen Menschen. Machthaber Kim Jong Un hatte in den vergangenen Jahren eine vorsichtige Öffnung der ineffizienten Planwirtschaft eingeleitet. Kritiker werfen der Führung in Pjöngjang vor, sie habe jahrzehntelang auf Kosten der Bevölkerung die Armee ausgebaut und das Atomwaffenprogramm vorangetrieben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Oktober 2019 um 10:00 Uhr.

Darstellung: