Überschwemmungen in Venedig | Bildquelle: dpa

Unwetter in Italien Aufatmen in Venedig

Stand: 18.11.2019 18:31 Uhr

In Italien hat es heftig geschneit und geregnet - besonders hart traf der Regen Venedig. Dort entspannt sich die Lage nun zusehends. Das Ausmaß der Schäden allerdings ist noch unklar.

Von Elisabeth Pongratz, ARD-Studio Rom

Die heftigen Niederschläge in Italien, oft vermischt mit Sturm, versetzen den örtlichen Zivilschutz in einigen Regionen immer noch in Alarmbereitschaft - aber vielerorts hat sich die Lage deutlich entspannt.

In der Toskana nahmen in Pisa die Überschwemmungen des Flusses Arno ab, in den nächsten Stunden soll sich die Situation nach Auskunft der Behörden normalisieren. Für die Region wurde der Notstand ausgerufen, um möglichst rasch entsprechende Mittel für die Schäden abrufen zu können. Wie in der Toskana war auch in der Emilia-Romagna die Feuerwehr oft im Einsatz, im äußersten Nordosten Italiens, in Friaul-Julisch Venetien, galt noch die rote Alarmstufe.

Hochwasser in Venedig | Bildquelle: dpa
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Sie trotzdem dem Hochwasser: Allmählich kehrt in Venedig wieder der Alltag ein.

Licht und Schatten in Venedig

In der Lagunenstadt Venedig kehrte nach tagelangem Hochwasseralarm etwas Alltag zurück. Zum ersten Mal stieg das Wasser nicht mehr so stark, die Wassertaxis, die sogenannten Vaporetti konnten wieder fahren. Auch die Schulen öffneten wieder, ebenso einige Sehenswürdigkeiten wie der Dogenpalast.

Die Menschen kehren mit gemischten Gefühlen in ihre Häuser zurück, wie sie dem italienischen Fernsehen erzählen. "Ich habe, ehrlich gesagt, einen Weinkrampf bekommen. Wir haben nicht nur einmal, sondern dreimal von vorne angefangen. Sehen Sie, wie hoch das Wasser gestiegen ist. Über den Tresen hinaus. Wir haben zehn Kühlschränke und Maschinen verloren. Wir bauen auf Sankt Markus, auf andere können wir nicht bauen. Das hat keinen Sinn", sagt ein Anwohner.

Aber es gibt auch positive Stimme: "Und dann reicht ein Sonnenstrahl, der sich auf der Kirche widerspiegelt, und dann denkt man: Das ist Venedig. Und schon hast du deinen Frieden gemacht und denkst an nichts anderes mehr. Venedig ist einzigartig - in jeder Hinsicht!" 

Hoffnung macht sich breit, auch wenn viele erst einmal damit beschäftigt sind, Häuser und Geschäfte von Wasser und Schmutz der vergangenen Tage zu befreien. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht abzusehen. Bürgermeister Luigi Brugnaro hat aber bereits rasche Entschädigungen angekündigt.

Weiterhin Gefahr von Erdrutschen

Im Norden Italiens, in Südtirol, ist die zweithöchste Warnstufe bis Dienstag verlängert worden. Die Lage sei noch angespannt, so der Landesmeteorologe Dieter Peterlin: "Zwar gibt es schon weniger Straßensperren als gestern, aber immer noch sind einige kleinere Täler von der Außenwelt abgeschnitten. Die Niederschläge haben heute zwar vorübergehend nachgelassen, aber die Böden sind noch völlig durchnässt, sehr aufgeweicht. Und deshalb besteht auch weiterhin die Gefahr von Muren, von Rutschungen oder auch von Steinschlägen."

Das nächste Tief würde deutlich schwächer ausfallen als die vorherigen. Am Sonntag noch hatten starke Schneefälle für ein Chaos auf den Straßen gesorgt, die Brenner-Autobahn war zeitweise gesperrt. Eine Lawine hatte das Dorf Martell getroffen, Häuser wurden beschädigt, Menschen wurden aber nicht verschüttet. Eine deutliche Wetterbesserung erwarte man nun ab Mittwoch.

Wetterlage Italien: Entspannung, aber keine Entwarnung
Elisabeth Pongratz, ARD Rom
18.11.2019 17:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Informationen am Morgen am 18. November 2019 um 07:44 Uhr.

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