Pete Buttigieg, Elizabeth Warren, Joe Biden und Bernie Sanders | Bildquelle: REUTERS

Demokraten vor dem Wahljahr Wer fordert Trump heraus?

Stand: 29.12.2019 03:54 Uhr

Es ist ein weiter Weg ins Weiße Haus: Bei den Demokraten sind noch 14 Kandidaten im Rennen. Ihr Ziel: 2020 Trump schlagen. Wofür stehen sie? Wer sind die Favoriten?

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Die Demokraten laufen sich warm für den Wahlkampf 2020. Es wird ein langes Jahr, denn noch haben die Demokraten keine Kandidatin oder Kandidaten für den Kampf gegen den amtierenden Präsidenten Donald Trump.

Ab dem 3. Februar ziehen sie für die Vorwahlen durch die Bundesstaaten. Wichtigste verlangte Eigenschaft: Trump schlagen können. Ein Bild, das einer der Kandidaten, Pete Buttigieg, bei jeder seiner Wahlkampfveranstaltungen in die Köpfe seines Publikums malt: "Eines Tages geht die Sonne auf und Donald Trump ist nicht mehr Präsident."

Vier Favoriten

Buttigieg ist einer von offiziell noch 14 Kandidaten. Niemand hat sich bisher eindeutig in die Favoritenrolle gebracht. Vor allem ist niemand dabei, der die Wähler richtig elektrisiert. Das größte Problem: Niemand weiß mehr so genau, wofür die Demokratische Partei 2020 steht. Das wird sich erst mit der Kandidatenfrage klären. Die Umfragen sehen derzeit vier Politiker vorn:

  • Bernie Sanders: 78-jähriger Haudegen, Senator aus Vermont. Er will eine rein staatliche Krankenversicherung, eine radikale Klimapolitik, eine massive Umverteilung des Vermögens.

  • Elizabeth Warren: Die Senatorin von Massachusetts steht wie Sanders für den linken Flügel der Partei. Die 70-Jährige wurde im Wahlkampf wegen ihres fortgeschrittenen Alters angegriffen und konterte, sie wäre bei ihrer Wahl die jüngste US-Präsidentin aller Zeiten.

  •  Joe Biden: Dem früheren Vizepräsident werden gute Chancen eingeräumt. Inhaltlich stellt sich der 77-Jährige gegen einen radikalen Umbau des Krankenkassensystems. Er will Obamas Reform weiterführen.

  • Pete Buttigieg: Bürgermeister der 100.000-Einwohnerstadt South Bend im Bundesstaat Indiana. 37 Jahre alt, mit einem Mann verheiratet, Offizier im Afghanistan-Krieg. Sein Wahlkampfimage: Pragmatiker, einer der die Sorgen der Leute im Kernland kennt. Derjenigen, die Trump gewählt haben. Und einer für den Generationenwechsel. Nicht wenige Demokraten suchen genau das: "Wir brauchen einen Präsidenten, der die neue Wirtschaftsordnung versteht", sagt ein Wähler. "Die neue Wirtschaft verändert sehr schnell die Jobs, die wir heute noch für sicher halten. Die verschwinden wegen künstlicher Intelligenz und Robotern."

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Diese US-Demokraten wollen Präsident werden (Stand: 11.02.2020)

Das Feld der Präsidentschaftsbewerber bei den US-Demokraten ist geschrumpft, aber immer noch groß.

Das Weiße Haus in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wuchs zunächst immer weiter an, bis die ersten Bewerber im August aufgaben. Andere folgten noch vor Beginn der Vorwahlen. Dennoch war das Kandidatenfeld noch nie so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick. | Bildquelle: picture alliance / dpa

 "Trump Falle" als Gefahr

Buttigieg führt in den Umfragen in den ersten beiden Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire. Anderswo liegt er weit zurück. Die Frage, ob er als offen homosexuell lebender Mann überhaupt eine Chance auf Mehrheiten hat, spielt zudem eine Rolle. Vor allem aber hat er derzeit keinerlei Rückhalt bei der afroamerikanischen Bevölkerung. Die aber muss mobilisieren, wer am Ende gewinnen will. Da ist Biden besonders erfolgreich.

Die Demokraten stehen in der Gefahr, vor allem über Trump zu sprechen, ihn zum Thema zu machen, anstatt sich auf die wichtigen Sachthemen zu konzentrieren. Wenn sie sich von ihm das Narrativ bestimmen lassen, tappen sie in die "Trump Falle", wie sie Robby Moon nennt. Er ist einer von Hillary Clintons früheren Beratern. 

Aber noch ist die Partei insgesamt gespalten, sie hat noch keine Richtung für die Wahl im Oktober gefunden. Der einzige gemeinsame Nenner lautet, Trump muss geschlagen werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2019 um 18:40 Uhr in der Sendung "Hintergrund".

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