US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Handelspolitik Milliardenzölle gegen China?

Stand: 15.06.2018 10:36 Uhr

US-Präsident Trump hat offenbar Zölle auf chinesische Produkte gebilligt. Es geht um ein Volumen von 50 Milliarden Dollar. Nun droht ein Handelsstreit. China kündigte "unmittelbare" Gegenmaßnahmen an.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Dem Welthandel droht eine weitere schwere Belastung. US-Präsident Donald Trump will offenbar doch Importe aus China im Wert von 50 Milliarden US-Dollar mit höheren Einfuhrzölle belegen. Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg meldete, die Entscheidung sei bei einer Sitzung im Weißen Haus gefallen. An dem Treffen hatten Finanzminister Steven Mnuchin, Wirtschaftsminister Wilbur Ross und der US-Handelsvertreter Robert Lighthizer teilgenommen.

Die Einfuhrzölle waren ursprünglich als Strafe für den Diebstahl intellektuellen Eigentums durch die Chinesen gedacht. Die US-Administration greift auf eine Liste mit 1.300 chinesischen Produkten aus dem April zurück. Dazu gehören Technik für den Flugzeugbau, Maschinen Medizin oder Produkte aus dem Bildungsbereich, meldet der Nachrichtensender CNN.

Einfuhrzölle von 25 Prozent in mehreren Stufen

Die Entscheidung soll noch heute offiziell bekannt gegeben werden. Einfuhrzölle von 25 Prozent könnten somit in mehreren Stufen in Kraft treten. Doch es gibt Gefahren. Denn China hatte gedroht, im Gegenzug den Import von Flugzeugen, Autos und Sojabohnen aus den USA höher zu verzollen.

Peking will darüber hinaus seine Zusage zurückziehen, deutlich mehr Produkte in den USA kaufen zu wollen. Damit droht ein Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Der hätte weitreichende Konsequenzen.

Auswirkungen auf Konflikt mit Nordkorea

Nicht nur wirtschaftlich, auch politisch sind die USA auf China angewiesen. Im Konflikt mit Nordkorea will Washington den Druck der Wirtschaftssanktionen aufrechterhalten. Sollte China seine Sanktionen auch nur in Teilen aussetzen, würde das die Verhandlungsposition von US-Außenminister Mike Pompeo schwächen.

Erst am Wochenende hatte sich Präsident Trump mit den Verbündeten Deutschland, Frankreich, Japan und Kanada nicht auf ein Ende zusätzlicher Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte einigen können.

US-Präsident will Importe aus China mit höheren Zöllen belegen
Torsten Teichmann, ARD Washington
15.06.2018 06:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2018 um 05:56 Uhr.

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