US-Präsident Trump bei einem Gespräch mit kalifornischen Offiziellen | Bildquelle: REUTERS

Trump zu Bränden an US-Westküste "Es wird anfangen, kühler zu werden"

Stand: 14.09.2020 22:27 Uhr

Die Waldbrände an der US-Westküste sind ins Zentrum des Wahlkampfes gerückt. Bei einem Besuch in Kalifornien äußerte Präsident Trump erneut Zweifel am Klimawandel. Herausforderer Biden nannte ihn einen "Klima-Brandstifter".

US-Präsident Donald Trump und sein Rivale Joe Biden rücken die verheerenden Waldbrände an der amerikanischen Westküste ins Zentrum ihres Wahlkampfs. Bei seinem Besuch in Kalifornien forderte Trump nach seiner vorangegangen Kritik an den Lokalbehörden eine "gute und starke" Forstverwaltung. Darauf habe er bereits seit drei Jahren hingewiesen, sagte der Republikaner nach seiner Ankunft in McLellan Park - und verwies darauf, dass sich die Brände jetzt auf die nördlich gelegenen Bundesstaaten Oregon und Washington erstreckten.

Trump landet im Katastrophengebiet
tagesschau 12:00 Uhr, 15.09.2020, Peter Jagla, NDR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Eine Frage des Managements"

Auf die Frage von Journalisten, ob der Klimawandel eine Rolle bei den Bränden spiele, sagte Trump, seiner Meinung nach sei das mehr eine Frage "des Managements". Andere Länder hätten schließlich nicht solche Probleme wie die Westküste. Änderungen bei der Forstverwaltung seien etwas, was man schnell angehen könne. Beim Klimawandel aber müssten sich eine ganze Reihe von Ländern ändern und man müsse sich fragen, ob Indien, China oder Russland das tun würden.

Der kalifornische Minister Wade Crowfoot mahnte Trump gegenüber an, dass der Klimawandel und seine Bedeutung für die Wälder anerkannt und dass mit der Wissenschaft zusammengearbeitet werden müsse. "Es wird anfangen, kühler zu werden, schauen Sie einfach zu", sagte Trump. Crowfoot, in dessen Bereich der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen fällt, entgegnete: "Ich wünschte, die Wissenschaft würde Ihnen zustimmen." Trump sagte: "Nun, ich denke nicht, dass die Wissenschaft es wirklich weiß."

Biden nennt Trump "Klima-Brandstifter"

Biden meldete sich von seinem Heimatstaat Delaware an der Ostküste zu Wort. "Wenn ein Klima-Brandstifter vier weitere Jahre im Weißen Haus bekommt, wird sich niemand wundern, wenn noch mehr von Amerika in Flammen steht", sagte Biden. Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten warf Trump vor, keine Verantwortung für die Waldbrände zu übernehmen. "Wir brauchen einen Präsidenten, der die Wissenschaft respektiert, der versteht, dass die Zerstörung durch den Klimawandel schon da ist", forderte der frühere Vizepräsident.

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden | Bildquelle: AFP
galerie

Herausforderer Joe Biden kritisierte Trumps Klimapolitik scharf.

Auch Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom richtete klare Worte an den Präsidenten. Es sei deutlich zu spüren, dass Hitze und Trockenheit zunähmen. Der Klimawandel sei real, sagte Newsom. Er erinnerte Trump außerdem daran, dass der Großteil der Waldfläche in Kalifornien unter Bundesverwaltung stehe und der Bundesstaat nur drei Prozent davon besitze.

Wissenschaftler sehen es als erwiesen an, dass die Klimakrise Wetterextreme wie Trockenheit und Hitze verschärft, die zu heftigeren Waldbränden beitragen können. Trump hat sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch geäußert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt - und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Seine Regierung weichte viele Vorschriften im Bereich des Umweltschutzes auf und setzt sich unter anderem auch mit Nachdruck für die Förderung von Kohle und Öl ein. Über Windräder hingegen macht Trump sich immer wieder lustig.

Mindestens 35 Tote bei Bränden an der Westküste

Durch die verheerenden Brände, die seit Tagen in westlichen Bundesstaaten wie Kalifornien, Oregon und Washington wüten, sind schon mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, davon allein 27 in der vergangenen Woche. Zahlreiche weitere Menschen werden vermisst. Mehr als 30.000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, die bereits rund zwei Millionen Hektar Land verwüstet und Tausende Häuser zerstört haben.

Trump war in die Katastrophenregion gereist, um sich persönlich über die riesigen Brände unterrichten zu lassen. Schon vor seinem Besuch war ein heftiger politischer Streit über die Ursache der Feuer ausgebrochen.

Der Westen der USA erlebt derzeit eine äußerst heftige Feuersaison. Neben Kalifornien sind auch Oregon und Washington von schweren Wald- und Buschbränden betroffen. Tausende Häuser und ein halbes Dutzend Orte sind durch die Feuerkatastrophe seit August bereits zerstört worden. Mehr als 20 Menschen starben und über 1,6 Millionen Hektar Land wurden niedergebrannt.

Klimawandel vs. Forst-Verwaltung: Trump besucht Brandgebiete an US-Westküste
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
14.09.2020 06:44 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. September 2020 um 21:35 Uhr.

Darstellung: