Eine Frau geht über einen Platz mit unzähligen weißen Fähnchen | Bildquelle: REUTERS

Rekord bei Neuinfektionen Corona-Krise in den USA verschärft sich

Stand: 24.10.2020 17:18 Uhr

Kurz vor der Wahl verzeichnen die USA erneut einen Rekordwert bei den Neuinfektionen: Binnen 24 Stunden erfassten die Behörden mehr als 80.000 neue Fälle. Präsident Trump glaubt dennoch an ein schnelles Ende der "Plage".

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in den den USA binnen eines Tages auf mehr als 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag. Seit Ausbruch der Pandemie lag dieser Wert nie so hoch. Derzeit breitet sich das Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen des Landes stark aus.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie knapp 8,5 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 224.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt. In der Hauptstadt Washington wird auf einem Feld mit weißen Fähnchen an die Toten erinnert.

Trump spricht vom Ende der Krise

Der Umgang mit der Pandemie spielt im US-Wahlkampf eine zentrale Rolle. Nahezu zeitgleich mit der Bekanntgabe des neuen Infektionsrekords beteuerte Präsident Donald Trump erneut, dass ein Ende der Krise in Sicht sei. "Wir werden diese Pandemie, diese schreckliche Plage, schnell beenden", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Florida. 

Er warf seinem Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten vor, über nichts anderes als das Coronavirus zu sprechen und damit die Menschen zu "erschrecken". Der Präsident bekundete zwar am Donnerstag im letzten TV-Duell mit Biden, die Verantwortung in der Krise übernehmen zu wollen, schob aber China die Schuld zu, dass die Pandemie überhaupt ausgebrochen sei.

"Kein schlüssiger Plan"

Der 77-jährige Biden erneuerte seine Kritik am Krisenmanagement des Präsidenten. "Er hat Amerika aufgegeben", sagte der Demokrat in einer Rede in seinem Heimatstaat Delaware am Freitag. Der Republikaner habe immer noch keinen schlüssigen Plan, die Pandemie einzudämmen.

"Er will nur, dass wir angesichts der schrecklichen Todeszahlen und dem Schmerz für so viele Amerikaner abstumpfen und resignieren", sagte der Herausforderer. Biden stellte erneut seinen Plan vor, um die Pandemie einzudämmen. Unter anderem will er im Fall eines Wahlsiegs kostenfreie Schutzimpfung garantieren.

Biden sprach auch davon, dass die Kapazitäten für Corona-Tests massiv ausgebaut werden müssten und er sich im ganzen Land für das verpflichtende Tragen von Masken einsetze.

Attacke gegen Fauci

Beim letzten Fernsehduell mit Trump am Donnerstag hatte Biden vor einem "dunklen Winter" gewarnt und Trump direkt für die hohe Zahl von Corona-Toten verantwortlich gemacht: "Jeder, der für so viele Tote verantwortlich ist, sollte nicht Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika bleiben", sagte der frühere Vizepräsident.

Trump verhöhnte seinen Kontrahenten zuletzt dafür, sich am wissenschaftlichen Rat von Experten orientieren zu wollen. Die Attacke des Präsidenten zielte dabei auch auf den führenden Immunologen und Regierungsberater Anthony Fauci. Trump bezeichnete den Top-Virologen zuletzt als "Katastrophe".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Oktober 2020 um 10:45 Uhr.

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