Mike Pompeo | Bildquelle: REUTERS

Cyberangriff auf die USA Pompeo macht Russland verantwortlich

Stand: 20.12.2020 00:11 Uhr

Laut US-Außenminister Pompeo ist es "ziemlich klar", dass Russland hinter der Cyberattacke auf Behörden und Ministerien der US-Regierung stecke. Präsident Trump sieht das allerdings anders.

US-Außenminister Mike Pompeo hat Russland für die groß angelegte Cyberattacke auf amerikanische Regierungseinrichtungen verantwortlich gemacht. Es lasse sich nun "ziemlich klar" sagen, dass die Russen hinter dem Angriff steckten, sagte Pompeo in einem Radiointerview.

Er könne sich nicht im Detail zu der Attacke äußern, erklärte Pompeo, da diese noch untersucht werde. Manches werde vermutlich ohnehin als geheim eingestuft bleiben. Russland hatte zuvor jede Verbindung zu dem Hacker-Angriff zurückgewiesen.

US-Präsident Donald Trump geht anders als Pompeo davon aus, dass nicht zwangsläufig Russland hinter dem großangelegten Cyberangriff auf US-Regierungsbehörden und Unternehmen steckt. "Wenn irgendetwas passiert", werde immer Russland verdächtigt, schrieb Trump im Onlinedienst Twitter. Auch China "könnte" hinter der Attacke stecken, fügte Trump ohne Belege hinzu.

Attacken auf Ministerien und Behörden

Das Heimatschutzministerium hatte am Montag bestätigt, dass es Attacken auf mehrere Bundesbehörden gegeben habe. Einzelheiten teilte das Ministerium nicht mit. Nach US-Medienberichten sollen das Finanz- und das Handelsministerium sowie weitere Behörden angegriffen worden sein. Am Freitag erklärte das Energieministerium, es sei betroffen. Auch das Außenministerium und die Gesundheitsbehörde sollen betroffen sein.

Microsoft: Mehr als "übliche Spionage"

Die Hacker haben sich nach bisherigen Erkenntnissen über Software der Firma SolarWinds Zugang zu den Systemen von Regierungseinrichtungen und Unternehmen verschafft. Der US-Softwareriese Microsoft teilte mit, dass 40 seiner Kunden betroffen seien, die die angegriffene Software genutzt hätten. "Das hier ist nicht 'Spionage wie üblich', auch nicht im digitalen Zeitalter", erklärte Microsoft in einem Blogeintrag.

Die "Washington Post" und die "New York Times" hatten berichtet, dass die Angreifer Verbindungen zum russischen Geheimdienst hätten.

"Ernste Gefahr" für kritische Infrastruktur

Die US-Behörde für Cyber- und Infrastruktursicherheit (CISA) hatte den Hackerangriff als "ernste Gefahr" für die Bundesregierung, für Regierungen von Bundesstaaten und Kommunen, für die kritische Infrastruktur und für Organisationen des Privatsektors eingestuft. Sie teilte am Donnerstag in einer Warnmitteilung mit, das Entfernen des Angreifers aus betroffenen Systemen werde sich voraussichtlich "hochkomplex" gestalten.

Der Cyberangriff dauere mindestens seit März an, so CISA. Der oder die Täter hätten "Geduld, operative Sicherheit und komplexe Handwerkskunst" bewiesen.

Mit Informationen von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington.

Cyber-Attacke auf die USA löst Bestürzung aus
Katrin Brand, ARD Washington
19.12.2020 19:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Dezember 2020 um 15:24 Uhr.

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