Computer und Aufforderung, Passwort einzugeben | Bildquelle: dpa

Entwarnung in den USA Doch kein Hackerangriff auf Demokraten

Stand: 23.08.2018 18:07 Uhr

Ein von den US-Demokraten gemeldete Hackerattacke ist lediglich ein Sicherheitstest gewesen. Zuvor hatte die Partei erklärt, ein Angriff auf eine Datei mit Wählerinformationen sei erfolgreich vereitelt worden.

Ein vermeintlicher Hackerangriff auf die Wähler-Archive der US-Demokraten hat sich als routinemäßige Sicherheitsüberprüfung herausgestellt. Der Sicherheitschef der Partei, Bob Lord, übermittelte eine entsprechende Mitteilung an die "Washington Post".

"Gemeinsam mit den Partnern, die die Seite angezeigt haben, gehen wir davon aus, dass diese aufgebaut wurde, um einen simulierten Phishing-Test auf VoteBuilder vorzunehmen", heißt es in der Mitteilung. VoteBuilder ist die Plattform, auf der die Demokraten ihre Wählerdaten speichern. Der Test habe zahlreiche Merkmale eines echten Angriffs auf die Datenbank nachgeahmt, sagte Lord.

Am Mittwoch hatte die Cybersicherheitsfirma Lookout über den Hackerangriff informiert. Der Angriff sei durch ein automatisiertes System zur Identifizierung solcher Phishing-Aktionen aufgedeckt worden. Die Hacker hätten eine Domain erstellt, die der Wählerdatenbank ähnelte und mit der es möglich gewesen wäre, Benutzernamen und Passwörter der autorisierten VoteBuilder-Nutzer abzugreifen.

Aktion war offenbar nicht abgestimmt

Der Test sei weder vom DNC noch von VoteBuilder genehmigt gewesen, sagte Lord. Das DNC sei "sehr erleichtert", dass es sich nicht um den Angriff einer fremden Macht gehandelt habe, sagte Lord. Der Vorfall sei aber ein weiterer Beweis dafür, "dass wir angesichts möglicher Angriffe weiter wachsam sein müssen".

Ohne zu wissen, dass es sich um einen Test handelte, war die Partei von Internet-Sicherheitsüberwachern gewarnt worden, die den Versuch als Bedrohung betrachteten, sagte ein Vertrete der Demokraten, der anonym bleiben wollte, der Agentur AP.

Erst am Dienstag hatte Microsoft mitgeteilt, dass Hacker mit mutmaßlichen Verbindungen nach Russland Cyberattacken auf den US-Senat und konservative Denkfabriken vorbereitet haben sollen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. August 2018 um 08:45 Uhr.

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