El Salvadors Außenministerin Alexandra Hill und US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan bei der Unterzeichnung des Abkommens. | Bildquelle: AP

Migranten aus Mittelamerika USA und El Salvador schließen Abkommen

Stand: 21.09.2019 09:00 Uhr

Die USA haben ein Asylabkommen geschlossen, das Migranten aus Mittelamerika von der US-Grenze abhalten soll. Auch der Vertragspartner hatte Bedingungen: Unterstützung im Kampf gegen Banden.

Von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

Es war ein herzzerreißendes Bild, das Ende Juni um die Welt ging: Darauf zu sehen waren zwei leblose Körper, ein Vater und seine zweijährige Tochter, geflohen aus El Salvador, ertrunken im Rio Grande an der US-amerikanischen Grenze. Es war dieses Foto, das die Flüchtlings-Debatte in den USA erneut entfachte.

Zehntausende Menschen aus Mittelamerika haben ihre Heimat verlassen in der Hoffnung, in den USA ein besseres Leben zu finden. Demgegenüber steht US-Präsident Donald Trump, der die Immigration am liebsten auf null reduzieren würde.

Nun haben sich El Salvador und die USA auf ein gemeinsames Einwanderungsabkommen geeinigt. Vorgestellt wurde es von Heimatschutzminister Kevin McAleenan und El Salvadors Außenministerin Alexandra Hill. Diese äußerte sich immer wieder auch selbstkritisch: "El Salvador war nicht in der Lage, der eigenen Bevölkerung genug Sicherheit und Möglichkeiten zu geben, im eigenen Land zu bleiben und sich zu entwickeln."

Asylanträge in El Salvador

Viel Kriminalität, die Wirtschaft am Boden, viel Arbeitslosigkeit sind nur drei von vielen Gründen, die Menschen aus El Salvador zur Flucht treiben. Künftig soll die Möglichkeit bestehen, Asylsuchende, die auf dem Weg in Richtung USA durch El Salvador gereist sind, dorthin zurückzuschicken. Dort bestünde dann die Möglichkeit, einen Antrag auf Asyl zu stellen.

Die USA erhoffen sich davon, dass sich weniger Menschen auf den Weg zu US-Grenze machen, wenn sie wissen, dass sie zurückgeschickt werden. Für Trump wäre das ein wichtiger Erfolg mit Blick auf die im kommenden Jahr stattfindenden Präsidentschaftswahlen. Entsprechend erleichtert zeigte sich heute sein Minister McAleenan: "Wir sind sehr glücklich darüber, das Abkommen zwischen den USA und El Salvador heute vorstellen zu können, um nun Schutzmöglichkeiten aufzubauen."

Gegenforderungen an die USA

Die salvadorianische Außenministerin machte allerdings auch klar, dass es dieses Abkommen nicht zum Nulltarif gebe - und richtete konkrete Forderungen an die USA. "Wir brauchen die Unterstützung der USA in zwei Fragen: Wir müssen die Sicherheit erhöhen und die Banden bekämpfen. Diese Personen bedrohen und töten Menschen", sagte sie. Außerdem brauche das Land mehr Investitionen von den USA und anderen Teilen der Welt.

Kritiker sagen, dass das Abkommen die Sicherheit von Menschen missachte: Schließlich würden Asylsuchende an Orte zurückgeführt, vor dessen Zuständen sie vorher geflohen waren.

USA und El Salvador einigen sich auf Abkommen
Torben Ostermann, ARD Washington
21.09.2019 08:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 21. September 2019 um 10:20 Uhr.

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