US-Truppen im Irak. | Bildquelle: AHMED MARDNLI/EPA-EFE/REX

In den kommenden Monaten USA wollen Truppenstärke im Irak reduzieren

Stand: 12.06.2020 05:32 Uhr

Die USA und der Irak haben sich auf eine weitere Reduzierung der amerikanischen Truppen verständigt. Deren Präsenz ist seit längerem ein Streitpunkt im Irak. Begründet wird die Entscheidung mit Fortschritten im Kampf gegen den IS.

Die USA wollen ihre Truppenstärke im Irak in den kommenden Monaten weiter reduzieren. Das erklärten die Regierungen in Washington und Bagdad in der Nacht in einer gemeinsamen Mitteilung im Zuge eines Strategischen Dialogs, der gestern begonnen hatte.

Begründet wurde die Truppenreduzierung mit "bedeutendem Fortschritt" bei der Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Vereinigten Staaten hätten bekräftigt, dass sie weder eine ständige militärische Präsenz noch dauerhafte Stützpunkte im Irak anstrebten, hieß es weiter. Washington führt eine internationale Koalition an, die in der Region gegen die Extremisten vorgeht. Rund 5000 US-Soldaten sind im Einsatz.

Wiedererstarken des IS befürchtet

Der IS hat zwar sein Herrschaftsgebiet in Syrien und im Irak verloren, ist aber weiter aktiv. Gerade in den vergangenen Wochen hatten sich Meldungen über Angriffe der Extremisten gehäuft und Sorgen vor deren Wiedererstarken genährt. Der Einsatz der US-Soldaten ist in dem Krisenland hoch umstritten. Vor allem die eng mit dem Iran verbundenen irakischen Parteien und Milizen fordern deren Abzug. Viele Kräfte wollen dagegen, dass die US-Truppen im Land bleiben. Dazu zählen sunnitische Parteien, aber auch die Kurden.

Die USA wollen ihre Truppen im Irak behalten, solange Bagdad das will und der Kampf gegen den IS nicht beendet ist, hatte der US-Sondergesandte für den Kampf gegen die Dschihadisten, James Jeffrey, vor den mehrmonatigen Gespräche zwischen den USA und dem Irak betont. Der Strategische Dialog soll die Beziehungen zwischen beiden Ländern umfassend behandeln und sich auch um Fragen der Sicherheit, Wirtschaft und Energie drehen. Die Zukunft der US-Soldaten dürfte aber zentraler Punkt sein. Zum Auftakt ging es auch um die Corona-Krise und den Fall der Öl-Preise.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

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