US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Konflikt mit dem Iran USA entsenden Soldaten nach Saudi-Arabien

Stand: 20.07.2019 03:19 Uhr

Inmitten der Spannungen am Persischen Golf verstärkt das US-Militär seine Präsenz in der Region mit 500 Soldaten. Der Schritt soll zur zusätzlichen Abschreckung dienen. Der Iran hatte zuvor einen britischen Öltanker festgesetzt.

Von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

Die USA haben auf die jüngsten Ereignisse am Persischen Golf reagiert. Amerikanische Aufklärungsflugzeuge fliegen über die Straße von Hormus. Sie überwachen das Seegebiet, in dem es in den vergangenen Tagen zu zahlreichen Zwischenfällen gekommen war. Ein Sprecher des US-Zentralkommandos sagte, dieses Vorgehen solle ausschließlich die Sicherheit amerikanischer Schiffe in der Gegend garantieren. 

Zusätzlich wollen die USA 500 Soldaten nach Saudi-Arabien schicken. Die saudische Regierung stimmte der Stationierung bereits zu.

Trump bietet London Unterstützung an

Die Situation im Persischen Golf wird immer unübersichtlicher. Vorübergehend hatten iranische Revolutionsgarden zwei Öltanker festgesetzt. Einer ist mittlerweile wieder frei. Die Schiffe fahren unter liberischer und britischer Flagge.

Die Briten sind enge Verbündete der Amerikaner. US-Präsident Donald Trump zögerte nicht lange und bot London Unterstützung an. "Wir werden mit Großbritannien sprechen. Es zeigt sich gerade, was ich schon immer über den Iran sage: Probleme, nichts als Probleme", sagte er im Garten des Weißen Hauses.

In der Straße von Hormus kommt es derzeit täglich zu Zwischenfällen. Am Freitag berichteten amerikanische Marinesoldaten vom Abschuss einer iranischen Drohne, nachdem sich diese dem US-Schiff trotz mehrfacher Warnung genähert hatte.

Ende Juni fast ein Militärschlag

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben stark zugenommen, seit Trump das Atomabkommen vor gut einem Jahr einseitig aufkündigte. Ende Juni wäre es fast zu einem Militärschlag gekommen. Erst in letzter Minute zog Trump zurück, weil das Risiko unverhältnismäßig vieler Todesopfer zu groß gewesen sei, so das Weiße Haus.

Die Iran-Strategie der US-Regierung ist uneindeutig. Trump hatte in seinem Wahlkampf noch damit geworben, die USA aus kriegerischen Auseinandersetzungen künftig eher raushalten zu wollen. Auch mit dem Iran strebt er eine friedliche Lösung an. Anders sehen das sein nationaler Sichterheitsberater John Bolton sowie Außenminister Mike Pompeo, die eher auf militärische Lösungen drängen.

Mögliche Gespräche

Diese unterschiedlichen Ansätze wurden auch nun wieder sichtbar. Auf der einen Seite der drohende Trump, der sagte: "Wir hoffen um ihrer selbst willen, dass der Iran nichts Dummes macht. Ansonsten werden sie einen Preis zahlen, den noch nie jemand zahlen musste." Auf der anderen Seite will der US-Präsident den Dialog. Er beauftragte den republikanischen Senator Rand Paul, eine mögliche Aufnahme von Gesprächen mit der iranischen Führung auszuloten.  

Die iranische Führung hatte immer betont, zu Verhandlungen mit den USA bereit zu sein. Präsident Hassan Rouhani stellte allerdings eine Bedingung. Wenn die USA ihre Sanktionen beenden, sei der Iran "heute, sofort und an jedem Ort" zu Gesprächen mit den USA bereit, sagte er vor wenigen Tagen in einer TV-Ansprache.

Trump droht Iran und will Soldaten nach Saudi-Arabien entsenden
Torben Ostermann, ARD Washington
20.07.2019 06:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. Juli 2019 um 06:09 Uhr in der Sendung "Studio 9".

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