Auf diesem von der US-Navy herausgegebenen Foto sieht man Militärboote der iranischen Marine | Bildquelle: AFP

US-Marine im Persischen Golf USA werfen Iran gefährliche Manöver vor

Stand: 16.04.2020 09:15 Uhr

Neue Spannungen zwischen den USA und dem Iran: Während eines Manövers der US-Flotte im Persischen Golf hätten iranische Schiffe mit riskanten Manövern provoziert. Der Iran äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Die USA werfen dem Iran vor, die eigene US-Marine, die gerade im Persischen Golf Übungen abhält, durch Schiffsmanöver provoziert zu haben. Vertreter des amerikanischen Militärs sprachen von "gefährlichen und schikanierenden" Manövern.

Demnach sollen sich bereits am Mittwoch elf Schiffe der iranischen Revolutionsgarde der in Bahrain stationierten 5. Flotte der US-Marine in deutlich zu hohem Tempo genähert haben. Teils hätten sich die iranischen Schiffe Booten der Küstenwache, die ebenfalls an den Übungen teilnahm, bis zu zehn Meter genähert. Von der US-Flotte waren der Zerstörer "USS Paul Hamilton", die als Landebasis dienende "USS Lewis B. Puller" und die "USCGC Maui" an dem Einsatz beteiligt, ebenso wie Angriffshubschrauber in der Luft.

Die Besatzung der Schiffe warnte die Iraner mehrfach per Funk und gaben Warnungen per Schiffshorn und mit anderen akustischen Lärmerzeugern mit großer Reichweite ab, wie das US-Militär weiter mitteilte. Die iranischen Schiffe hätten jedoch erst nach etwa einer Stunde auf die Funksprüche reagiert und sich anschließend entfernt.

Iran schweigt bislang zu Vorwürfen

"Die gefährlichen und provokativen Aktionen der Revolutionsgarde erhöhten das Risiko von Fehleinschätzungen und Kollisionen und entsprachen nicht dem international anerkannten Übereinkommen über die internationalen Vorschriften zur Verhütung von Kollisionen auf See", kritisierte das US-Militär.

Über den Vorfall hatte zunächst die halbamtliche Nachrichtenagentur Farsi berichtet, die der Revolutionsgarde nahestehen soll. Der Iran selbst äußerte sich bislang nicht zu den US-Vorwürfen.

Immer wieder kommt es zu spannungsgeladenen Vorfällen im Persischen Golf zwischen den USA und dem Iran, insbesondere in der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird ein Fünftel der Öltransporte weltweit geleitet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. April 2020 um 09:00 Uhr.

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