Das amphibische Angriffsschiff USS Boxer | Bildquelle: dpa

Konflikt am Golf Trump verkündet Abschuss iranischer Drohne

Stand: 19.07.2019 08:22 Uhr

Ein Kriegsschiff der USA soll in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört haben. US-Präsident Trump sprach von einer Provokation der Iraner - doch die wissen von nichts.

Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Straße von Hormus eine iranische Drohne abgeschossen. Diese sei dem Schiff sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht, sagte Trump in Washington.

Trump sagte, mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden. "Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", beklagte er. Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Er forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen.

Atomkonflikt: Trump berichtet von Abschuss iranischer Drohne
tagesschau 12:00 Uhr, 19.07.2019, Anna Mundt, NDR

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Iran dementiert

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen 10 Uhr (Ortszeit) ereignet. Das US-Marineschiff USS Boxer habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht dazu äußern, wie die Drohne zerstört worden sei.

Der Iran widersprach Trumps Darstellung. "Wir haben weder in der Straße von Hormus noch anderswo eine Drohne verloren", teilte der stellvertretende Außenminister Abbas Arakchi per Twitter mit. Er sei vielmehr besorgt, dass das US-Kriegsschiff "USS Boxer" versehentlich ein eigenes unbemanntes Fluggerät abgeschossen habe. Zuvor hatte auch Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärt, der Iran habe "keine Information über den Verlust einer Drohne am heutigen Tag". 

Erst am 20. Juni hatte der Abschuss einer US-Drohne durch den Iran die beiden Länder an den Rand einer militärischen Auseinandersetzung gebracht. Trump ordnete einen Vergeltungsangriff an, den er aber im letzten Moment absagte, was er mit dem Risiko einer unverhältnismäßig hohen Zahl von Todesopfern begründete.

Iran stoppt Tanker in Straße von Hormus

Die Drohnenvorfälle reihen sich in eine Serie von Geschehnissen ein, die die Spannungen zwischen Washington und Teheran zuletzt verschärft haben. Erst am Donnerstag teilten die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) mit, sie hätten einen ausländischen Tanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl in der Nähe der Straße von Hormus gestoppt und die zwölf ausländischen Crew-Mitglieder festgenommen.

Wie auf einem Video zu sehen ist, das das iranische Auslandsfernsehen Press TV zeigte, handelt es sich dabei um den Öltanker "Riah", dessen Signal am vergangenen Wochenende plötzlich vor der iranischen Küste verschwunden war. Nach Angaben der Webseite "Marine Traffic" sendete der Öltanker zum letzten Mal am vergangenen Samstag seinen Standort südlich der iranischen Insel Keschm. Das Schiff wurde nach iranischen Angaben am Sonntag gestoppt. Wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker derzeit gehört, ist unklar.

In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen in dem Seegebiet gekommen. Im Juni waren zwei Tanker bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die Amerikaner machten den Iran für die Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück. In der vergangenen Woche hatte dann ein Zwischenfall mit einem britischen Tanker international Besorgnis ausgelöst.

Beide Seiten zeigen sich verhandlungsbereit

Inmitten der Spannungen zwischen den USA und dem Iran gibt es auch Anzeichen für Verhandlungsbereitschaft auf beiden Seiten. Der britische "Guardian" berichtete, der iranische Außenminister Sarif habe erneut in Aussicht gestellt, striktere Kontrollen des iranischen Atomprogramms zuzulassen. Im Gegenzug wolle der Iran eine Aufhebung von US-Sanktionen.

Trump sagte vor Journalisten, der Druck auf Teheran habe Wirkung gezeigt und die Verhandlungsbereitschaft der iranischen Führung wachsen lassen. "Alles, was wir wollen, ist ein fairer Deal." Das mit dem Iran ausgehandelte internationale Atomabkommen sei ein "schlechter Deal" gewesen. "Wir können schnell etwas machen, oder wir können uns Zeit lassen", sagte Trump. "Ich habe keine Eile."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Juli 2019 um 22:15 Uhr.

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